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ERLE

Schwarz-Erle | Roterle | Grau-Erle | Eller

Weichholz | DIN: ALGL

Die Erle ist das „Chamäleon der Möbelindustrie“. Da ihr Holz eine sehr gleichmäßige, feine Struktur besitzt und sich hervorragend farblich verändern lässt, wird es oft genutzt, um edlere Hölzer wie Kirschbaum oder Mahagoni zu imitieren. Zudem verbirgt sich hinter diesem weichen Holz ein historisches Geheimnis: Venedig wurde zu großen Teilen auf Pfählen aus Erlenholz erbaut.

Herkunft & Arten

In Mitteleuropa sind vor allem zwei Arten für das Handwerk von Bedeutung:

  • Schwarz-Erle: Das klassische Nutzhölzer. Sie liefert das rötlich-gelbe Holz, das wir als Erle kennen.

  • Grau-Erle (Alnus incana): Das Holz ist meist etwas heller und leichter, wird aber oft zusammen mit der Schwarz-Erle verarbeitet.

  • Amerikanische Roterle (Alnus rubra): Ein wichtiges Importholz aus Nordamerika, das häufig im Gitarrenbau (z. B. für Fender-Gitarren) eingesetzt wird.

Holzbild & Struktur

  • Farbe: Splint- und Kernholz sind farblich identisch.

    • Im frischen Zustand ist das Holz fast weiß, färbt sich aber durch Oxidation bei Kontakt mit Sauerstoff sofort auffällig orange-rot (das sogenannte „Bluten“ der Erle).
    • Nach der Trocknung ist es rötlich-weiß bis rötlich-gelb oder hell rötlich-braun.

  • Jahrringe: Nur schwach erkennbar, was zu einer sehr ruhigen, fast strukturlosen Oberfläche führt.

  • Poren: Zerstreutporig und sehr fein. Sie sind mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar.

  • Besonderheiten: Typisch sind häufige Markflecken (kleine dunkle Striche oder Flecken), die das Holzbild beleben.

Eigenschaften

Erlenholz ist ein leichtes bis mittelschweres, weiches Laubholz.

Dauerhaftigkeit & Beständigkeit:
  • An der Luft: Nicht dauerhaft (Klasse 5). Es verrottet im Freien sehr schnell.

  • Unter Wasser: Extrem dauerhaft. In dauerfeuchtem Zustand erreicht es eine Haltbarkeit, die fast an die Eiche heranreicht.

Bearbeitung:
  • Exzellent: Lässt sich hervorragend sägen, hobeln, fräsen und schnitzen. Es neigt kaum zum Splittern.

  • Oberflächen: Eines der besten Hölzer zum Beizen und Lackieren. Es nimmt Oberflächenmittel sehr gleichmäßig an.

  • Trocknung: Trocknet schnell und gut mit nur geringer Neigung zum Reißen oder Werfen.

Tipp: Wegen seiner Weichheit ist Erlenholz empfindlich gegenüber Druckstellen. Bei der Montage und beim Transport ist Vorsicht geboten.

Verwendung

Erlenholz ist ein klassisches Innenausbau- und Spezialholz:

Besonderheiten

💡 Praxistipps für Schreiner

Erlenholz ist sehr homogen. Das macht es perfekt für Blindhölzer oder Innenteile von hochwertigen Möbeln, da es kaum „arbeitet“.

Erle

Technische Daten

Rohdichte (12-15%)0,52–0,55 g/cm³
Druckfestigkeit45–50 N/mm²
Biegefestigkeit85–95 N/mm²
Elastizitätsmodul7.700–11.000 N/mm²
Härte (Brinell)12–15 N/mm²
DauerhaftigkeitKlasse 5

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FAZIT

Die Erle ist das perfekte Einsteigerholz für die Schreinerei und ein unverzichtbarer Allrounder für den Innenausbau. Sie bietet eine warme Ästhetik, lässt sich spielend leicht verarbeiten und ist dank ihrer ökologischen Verfügbarkeit eine nachhaltige Wahl für moderne Massivholzmöbel.

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