Basiswissen für die Werkstatt
Holzarten im Schreinerhandwerk
Lerne, wie du die wichtigsten Holzarten sicher bestimmst, ihre Eigenschaften richtig einschätzt und das perfekte Material für den Möbelbau auswählst.
Holzbestimmung: So erkennst du dein Material sicher
Farbe, Struktur, Härte oder Geruch – Holz lässt sich anhand verschiedener natürlicher Merkmale eindeutig identifizieren. Diese Erkennungsmerkmale sind sowohl für die Holzauswahl als auch für die Qualitätsprüfung im Werkstattalltag entscheidend. Hier findest du die wichtigsten Holzarten und ihre Eigenschaften auf einen Blick.
AB
Abachi
Weichholz / DIN: TRSC
AH
Ahorn
Hartholz / DIN: ACPS
AP
Apfelbaum
Hartholz / DIN: MASY
BA
Bangkirai
Hartholz / DIN: SHLV
BI
Birke
Hartholz / DIN: BTPE
BB
Birnbaum
Hartholz / DIN: PYCM
BG
Bubinga
Hartholz / DIN: GUXX
BU
Buche
Hartholz / DIN: FASY
DO
Douglasie
Weichholz / DIN: PSMN
EB
Eibe
Hartholz / DIN: TXBC
EI
Eiche
Hartholz / DIN: QCXE
ER
Erle
Weichholz / DIN: ALGL
ES
Esche
Hartholz / DIN: FXEX
FI
Firchte
Weichholz / DIN: PCAB
HI
Hickory
Hartholz / DIN: CAXX
JA
Jatoba
Hartholz / DIN: HYCR
KA
Kastanie
Hartholz / DIN: CTSA
KI
Kiefer
Weichholz / DIN: PNSY
KB
Kirschbaum
Hartholz / DIN: PRAV
LÄ
Lärche
Weichholz / DIN: LADC
LI
Limba
Weichholz / DIN: TMSP
LN
Linde
Weichholz / DIN: TIXX
MA
Mahagony
Hartholz / DIN: SWMC
MK
Makoré
Hartholz / DIN: TIHC
ME
Meranti
Hartholz / DIN: SHXX
NB
Nussbaum
Hartholz / DIN: JGRG
OK
Okoumé
Weichholz / DIN: AUKL
PA
Padouk
Hartholz / DIN: PTSY
PL
Palisander
Hartholz / DIN: DLXX
PP
Pappel
Weichholz / DIN: POXX
PT
Platane
Hartholz / DIN: PLAC
RO
Robinie
Hartholz / DIN: ROPS
SA
Sapelli
Hartholz / DIN: ENCY
TA
Tanne
Weichholz / DIN: ABAL
TE
Teak
Hartholz / DIN: TEGR
UL
Ulme
Hartholz / DIN: ULGL
WE
Weide
Weichholz / DIN: SAXX
WG
Wenge
Hartholz / DIN: MLLA
ZE
Zebrano
Hartholz / DIN: MIBZ
ZD
Zeder
Weichholz / DIN: THPL
ZI
Zirbe
Weichholz / DIN: PNCM
ZW
Zwetschge
Hartholz / DIN: PRDM
Die 7 wichtigsten Erkennungsmerkmale
1. Farbe und Farbgruppen
Die Farbe ist das erste Erkennungsmerkmal. Bei Kernholzbäumen ist dabei immer die Farbe des Kernholzes entscheidend.
- Weißlich: Ahorn, Birke, Linde
- Gelblich: Fichte, Esche, Douglasie
- Rötlich: Kirschbaum, Erle, Lärche
- Bräunlich: Eiche, Nussbaum
- Dunkel: Wenge, Mooreiche
Tipp: Die Holzfarbe verändert sich mit der Zeit – UV-Strahlung lässt viele Hölzer nachdunkeln.
2. Kern- und Splintholz
Der Querschnitt eines Stammes verrät viel über den Aufbau und die spätere Optik des Holzes. Man unterscheidet drei Hauptgruppen:
- Splintholzbäume (einfarbig): Ahorn, Birke, Erle
- Kernholzbäume (zweifarbig): Eiche, Lärche, Kiefer, Nussbaum
- Kernreifholzbäume: Ulme (Rüster), Fichte
👉 Zuschnitt-Tipp: Der Farbunterschied zwischen Kern und Splint ist bei Kernhölzern deutlich sichtbar. Das ist ein extrem wichtiges Gestaltungsmerkmal beim Aushobeln und Verleimen von Massivholzplatten.
3. Jahresringe und Maserung
Die Jahresringe zeigen das Wachstum des Baumes. Im Längsschnitt aufgeschnitten, ergibt sich daraus die charakteristische Zeichnung des Holzes.
- Deutlich sichtbar: Eiche, Esche, Lärche
- Schwach sichtbar: Birke, Erle, Birnbaum
Daraus resultierende Maserung:
- Stark gemasert: Eiche, Esche, Lärche
- Zarte Maserung: Ahorn, Kirsche, Buche
- Kaum sichtbar: Erle, Birnbaum
👉 Gestaltungs-Tipp: Stark gemaserte Hölzer eignen sich perfekt als optisches Highlight (z. B. für Fronten), während zarte Maserungen Ruhe in große Flächen bringen.
4. Porenstruktur
Die Porenstruktur beeinflusst maßgeblich das Erscheinungsbild, die Haptik und die Oberflächenbehandlung eines Holzes:
- Ringporig (grobe Struktur): Eiche, Esche, Ulme
- Zerstreutporig (feine Struktur): Buche, Birke, Ahorn
- Porenlos (Nadelhölzer): Fichte, Tanne, Kiefer
👉 Fachwissen: Ringporige Hölzer wirken markanter und sind besonders beliebt für rustikale Möbel. Beachte beim Lackieren oder Ölen, dass tiefe Poren deutlich mehr Material aufnehmen!
5. Härte (nach Brinell)
Die Härte (Brinell-Methode / HB) gibt an, wie widerstandsfähig das Holz gegen Druck ist. Grundregel: Je dichter das Holz, desto höher die Festigkeit.
- Weichholz: Fichte, Kiefer, Lärche
- Mittelhart: Ahorn, Birke, Kirsche
- Hartholz: Eiche, Esche, Buche
👉 Werkstatt-Tipp: Harthölzer sind ideal für stark beanspruchte Flächen wie Tischplatten oder Treppen. Sie erfordern aber schärfere Werkzeuge und sollten bei Schraubverbindungen zwingend vorgebohrt werden.
6. Gewicht und Dichte
Das spezifische Gewicht (hier bei ca. 15 % Holzfeuchte) beeinflusst sowohl die maschinelle Bearbeitung als auch das spätere Einsatzgebiet des Holzes.
- Leicht (< 0,43 g/cm³): Fichte, Tanne
- Mittelschwer (0,43–0,72 g/cm³): Ahorn, Birke, Buche, Kiefer
- Schwer (0,72–1,00 g/cm³): Eiche, Esche, Hainbuche
- Sehr schwer (> 1,00 g/cm³): Ebenholz, Pockholz
Kalkulations-Tipp: Das Gewicht ist extrem wichtig für den Transport, die Montage und die Auswahl der richtigen Beschläge (z. B. bei Klappen oder großen Türen). Nutze zur schnellen Berechnung in der Werkstatt einfach unseren GEWICHTSRECHNER.
7. Geruch und Harzgehalt
DEin oft unterschätztes, aber sehr eindeutiges Erkennungsmerkmal. Viele Hölzer verraten sich bereits bei der ersten Bearbeitung durch ihren charakteristischen Eigengeruch.
- Harzig: Fichte, Kiefer, Lärche
- Säuerlich: Tanne
- Gerbsäurehaltig: Eiche
- Süßlich: Rosenholz, Palisander
- Unangenehm (feucht): Nussbaum
👉 Werkstatt-Tipp: Nadelhölzer wie Kiefer besitzen oft Harzgänge. Austretendes Harz verklebt schnell Sägeblätter und Fräser – hier hilft spezieller Harzlöser. Achtung bei Eiche: Die enthaltene Gerbsäure führt in Verbindung mit Eisenmetallen (z. B. Spänen) und Feuchtigkeit zu blauschwarzen Verfärbungen auf dem Holz!
HOLZARTEN IM ÜBERBLICK:
Es gibt noch unzählige weitere Holzarten! Dies ist nur ein Auszug der gängigsten Holzarten. Falls deine gewünschte Holzart nicht dabei ist, schreibe uns gerne eine eine Anfrage über unser Kontaktformular und wir fügen sie gerne noch hinzu.
Fehler entdeckt? Dann schreibe uns gerne direkt hier! Vielen Dank!
Geeignete Holzarten für den Möbelbau
Im Möbelbau kommen sowohl Nadel- als auch Laubhölzer zum Einsatz. Die Wahl hängt von Optik, Härte, Bearbeitbarkeit und Preis ab.
Holzart
Farbe & Optik
Härte
Verwendung
Eiche
hellbraun, markante Poren
hart
Möbel, Parkett, Küchenfronten
Buche
rötlich, gleichmäßig
hart
Stühle, Tische, Innenausbau
Ahorn
hell, feinporig
mittel
Arbeitsplatten, Fronten
Nussbaum
dunkelbraun, elegant
hart
Designmöbel, Furniere
Kiefer
gelblich, astreich
weich
Landhausmöbel, Türen
Esche
hell, lebhafte Maserung
hart
Möbel, Sportgeräte
Birke
hell, gleichmäßig
mittel
Sperrholz, Schränke
Lärche
rötlich, harzhaltig
mittelhart
Fenster, rustikale Möbel
Geeignete Holzarten für den Möbelbau
Im Möbelbau kommen sowohl Nadel- als auch Laubhölzer zum Einsatz. Die Wahl hängt von Optik, Härte, Bearbeitbarkeit und Preis ab.
Eiche
- Farbe: hellbraun, markante Poren
- Härte: hart
- Verwendung: Möbel, Parkett, Küchenfronten
Buche
- Farbe: rötlich, gleichmäßig
- Härte: hart
- Verwendung: Stühle, Tische, Innenausbau
Ahorn
- Farbe: hell, feinporig
- Härte: mittel
- Verwendung: Arbeitsplatten, Fronten
Nussbaum
- Farbe: dunkelbraun, elegant
- Härte: hart
- Verwendung: Designmöbel, Furniere
Kiefer
- Farbe: gelblich, astreich
- Härte: weich
- Verwendung: Landhausmöbel, Türen
Esche
- Farbe: hell, lebhafte Maserung
- Härte: hart
- Verwendung: Möbel, Sportgeräte
Birke
- Farbe: hell, gleichmäßig
- Härte: mittel
- Verwendung: Sperrholz, Schränke
Lärche
- Farbe: rötlich, harzhaltig
- Härte: mittelhart
- Verwendung: Fenster, rustikale Möbel
Praxistipps für Schreiner
- Feuchtegehalt prüfen: Idealerweise liegt er zwischen 8–12 %.
- Zertifizierung beachten: FSC® oder PEFC™ steht für nachhaltige Forstwirtschaft.
- Verwendungszweck bedenken: Innenbereich, Außenbereich oder Feuchtraum benötigen unterschiedliche Holzarten.
- Oberflächen anpassen: Harthölzer wie Eiche oder Buche reagieren unterschiedlich auf Lacke und Öle.
FAZIT
Die Kenntnis über Holzarten und ihre Eigenschaften ist ein zentraler Bestandteil im Schreinerhandwerk.
Wer weiß, wie man Holz richtig bestimmt und auswählt, kann langlebige, formstabile und ästhetisch ansprechende Möbel herstellen.
Die Materialkunde ist somit nicht nur theoretisches Wissen, sondern die Grundlage für präzises Handwerk und hochwertige Ergebnisse.