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TANNE

Weißtanne | Edeltanne | Silbertanne

Weichholz | DIN: ABAL

Die Tanne ist der „harzfreie Klassiker“ unter den Nadelhölzern. Obwohl sie der Fichte optisch sehr ähnlich sieht, unterscheidet sie sich technisch in einem entscheidenden Punkt: Sie besitzt keine Harzkanäle. Das macht sie zum bevorzugten Material für alles, was direkt mit Wärme oder empfindlichen Oberflächen in Berührung kommt. Zudem ist sie der „Pfahlbau-Spezialist“ unter den Nadelhölzern, da sie unter Wasser eine enorme Beständigkeit aufweist.

Herkunft & Arten

Die Weiß-Tanne ist ein Tiefwurzler und damit deutlich sturmfester als die Fichte, weshalb sie im Zuge des Klimawandels eine Renaissance im Waldumbau erlebt.

  • Weiß-Tanne: Die wichtigste Nutzhölzer-Art.

  • Nordmann-Tanne: Bekannt als Weihnachtsbaum, spielt im Holzhandel jedoch eine untergeordnete Rolle.

  • Tanne vs. Fichte: Im Handel werden beide oft gemischt als „Fichte/Tanne“ verkauft. Wer jedoch spezifische Vorteile (wie Harzfreiheit) sucht, sollte explizit auf reine Tanne bestehen.

Holzbild & Struktur

  • Farbe: Ein typischer Reifholzbaum. Splint- und Kernholz sind farblich identisch.

    • Die Farbe ist weißlich bis gelblich-weiß, oft mit einem charakteristischen bläulich-grauen oder violetten Schimmer im Kernbereich.

  • Jahrringe: Deutlich erkennbar durch die dunklen Spätholzzonen, was zu einer markanten Fladerung (tangential) oder Streifung (radial) führt.

  • Besonderheiten: Keine Harzkanäle. Es gibt also kein „Ausbluten“ von Harz, selbst bei hohen Temperaturen.

  • Geruch: Im Gegensatz zu Kiefer oder Fichte ist Tannenholz fast geruchlos, da die typischen ätherischen Harzöle fehlen.

Eigenschaften

Tannenholz ist ein leichtes bis mittelschweres, weiches Nadelholz mit sehr guten elastomechanischen Eigenschaften.

Dauerhaftigkeit & Beständigkeit:
  • An der Luft: Gering dauerhaft (Klasse 4). Im Außenbereich nur mit chemischem Schutz oder konstruktivem Holzschutz haltbar.

  • Unter Wasser: Sehr dauerhaft. Tannenholz versteinert unter Wasser nahezu (ähnlich wie Eiche).

Bearbeitung:
  • Sehr gut: Lässt sich leicht sägen, hobeln und bohren. Aufgrund der Harzfreiheit verschmieren Schleifmittel kaum.

  • Oberflächen: Nimmt Farben, Beizen und Lasuren hervorragend an. Da keine Harzgallen vorhanden sind, ist das Lackbild oft schöner als bei der Fichte.

  • Trocknung: Trocknet gut, erfordert aber mehr Sorgfalt als Fichte, da Tanne eine höhere Feuchtigkeit im Kern („Nasskern“) aufweisen kann.

Tipp: Tannenholz ist sehr spaltbar, was beim Nageln und Schrauben in Randnähe ein Vorbohren ratsam macht.

Verwendung

Die Tanne ist überall dort unersetzlich, wo Harz stören würde:

Besonderheiten

💡 Praxistipps für Schreiner

Für helle, moderne Innenausbauten ohne den typischen „Rustikal-Look“ der Kiefer ist Tanne durch ihr kühles, weißliches Erscheinungsbild die edlere Wahl.

Tannenbaum / Tannenholz

Technische Daten

Rohdichte (12-15%)0,43–0,48 g/cm³
Druckfestigkeit35–45 N/mm²
Biegefestigkeit65–75 N/mm²
Elastizitätsmodul10.000–13.000 N/mm²
Härte (Brinell)10–15 N/mm²
DauerhaftigkeitKlasse 4

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FAZIT

Die Tanne ist das Premium-Nadelholz für den Innenbereich. Sie punktet durch ihre helle Optik, ihre absolute Harzfreiheit und ihre historische Verlässlichkeit im Wasserbau. Wer im modernen Holzbau Wert auf Ästhetik und Funktionalität (besonders in der Sauna) legt, findet in der Weißtanne einen erstklassigen, ökologisch wertvollen Werkstoff.

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