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WENGE

Panga-Panga | Afrikanisches Edelholz

Hartholz | DIN: MLLA

Wenge ist der „dunkle Diamant Afrikas“. Es ist eines der dunkelsten Hölzer der Erde und hat das Interior-Design der letzten Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Mit seiner charakteristischen, fast schwarzen Färbung und den helleren, feinen Linien (Speicherzellen) bietet es einen grafischen Kontrast, der im modernen Möbelbau seinesgleichen sucht. Wenge ist nicht nur ein optisches Statement, sondern auch technisch ein extrem hartes und belastbares Kraftpaket.

Herkunft & Arten

Der Wenge-Baum wächst im tropischen Regenwald und erreicht Höhen von ca. 20 Metern bei einem eher geringen Stammdurchmesser.

  • Panga-Panga (Millettia stuhlmannii): Eine sehr enge Verwandte der Wenge aus Ostafrika. Sie sieht fast identisch aus, ist aber meist etwas heller und preiswerter. Im Handel werden beide oft synonym verkauft.

  • Nachhaltigkeit: Wenge gilt als gefährdete Art. Achte beim Kauf unbedingt auf FSC-Zertifizierungen, um sicherzustellen, dass das Holz aus verantwortungsvollen Quellen stammt.

Holzbild & Struktur

  • Farbe: 

    • Kernholz: Im frischen Zustand kaffeebraun, dunkelt es sehr schnell zu einem tiefen Dunkelbraun bis fast Schwarz nach.

    • Struktur: Durchzogen von sehr feinen, helleren, gelblichen Linien (Speichergewebe), die dem Holz ein gestreiftes (radial) oder gefiedertes (tangential) Aussehen verleihen.

  • Jahrringe: Nur schwer erkennbar, da die markante Porenstruktur das Bild dominiert.

  • Poren: Zerstreutporig und sehr grob. Die Porenrillen sind im Längsschnitt deutlich sichtbar.

  • Besonderheiten: Das Holz ist sehr grobfaserig und wirkt dadurch haptisch sehr präsent und edel.

Eigenschaften

Wengeholz ist extrem hart, schwer und sehr fest. Es gehört zu den mechanisch belastbarsten Hölzern weltweit.

Dauerhaftigkeit & Beständigkeit:

Sehr dauerhaft (Klasse 2). Es ist hochresistent gegen Pilzbefall und Insekten. Theoretisch für den Außenbereich geeignet, wird es dafür aufgrund des Preises und der Optik jedoch kaum genutzt.

Bearbeitung:
  • Anspruchsvoll: Wegen der großen Härte und der wechselnden Faserstruktur ist die Bearbeitung schwierig. Werkzeuge stumpfen schnell ab (Hartmetall empfohlen).

  • Splitterneigung: Wenge ist spröde. Beim Bearbeiten entstehen oft sehr feine, scharfe Splitter, die zu Entzündungen führen können.

  • Oberflächen: Das Holz ist sehr ölhaltig. Eine Lackierung ist schwierig; meist wird es nur geölt oder gewachst, um die natürliche Porenstruktur zu erhalten.

  • Trocknung: Trocknet langsam und neigt bei zu schneller Führung zu Rissen.

Wichtiger Warnhinweis: Der Staub und die Splitter der Wenge gelten als toxisch und können starke Hautreizungen oder Atemwegsprobleme verursachen. Eine sehr gute Absaugung und Handschuhe sind Pflicht!

Verwendung

Wenge ist ein Luxusholz für Akzentflächen und hochbelastete Böden:

Besonderheiten

💡 Praxistipps für Schreiner

Wenge lässt sich aufgrund der groben Poren nur schwer auf Hochglanz bringen. Das ist aber meist auch nicht gewollt. Wenge wirkt am besten matt oder seidenglänzend.

Wengenholz

Technische Daten

Rohdichte (12-15%)0,75–0,95 g/cm³
Druckfestigkeit80–95 N/mm²
Biegefestigkeit110–140 N/mm²
Elastizitätsmodul14.000–18.000 N/mm²
Härte (Brinell)35–50 N/mm²
DauerhaftigkeitKlasse 2

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FAZIT

Wenge ist das Holz für architektonische Statements. Es ist kein Material für Anfänger, da es sowohl die Werkzeuge als auch die Haut des Handwerkers fordert. Wer jedoch die dunkle, grafische Eleganz der Wenge einmal live gesehen hat, versteht, warum es als eines der prestigeträchtigsten Hölzer der Welt gilt.

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