Türenwissen
Aufbau, Maße und Fachbegriffe rund um Türen – von den Grundlagen bis zum vollständigen Türen-ABC mit 111 Begriffen.

Aufbau eines Türelements
Ein Türelement besteht aus der Zarge, die fest in der Wandöffnung sitzt, und dem beweglichen Türblatt. Bei der üblichen Umfassungszarge umfasst die Zarge die Wand von beiden Seiten: Das Futter kleidet die Leibung aus, die Falzbekleidung auf der Bandseite nimmt Dichtung und Türblatt auf, die Zierbekleidung auf der Gegenseite deckt die Fuge zur Wand ab.
Dazu kommen die Beschläge: Bänder an Zarge und Türblatt, ein Einsteckschloss im Türblatt mit Falle und Riegel, das Schließblech in der Zarge und die Drückergarnitur.

Gefälzt oder stumpf einschlagend?
Beim gefälzten Türblatt steht oben und an beiden Seiten ein 13 mm breiter Falz über. Er legt sich beim Schließen außen auf die Zarge und deckt die Fuge ab – die klassische, weit verbreitete Bauform. Eine Standardtür misst gefälzt 860 × 1985 mm, im Falz 834 × 1972 mm.
Das stumpf einschlagende Türblatt hat keinen Falz und ist so groß wie das Falzmaß der gefälzten Tür, also 834 × 1972 mm. Es schlägt in die Zarge ein und schließt bündig mit ihr ab; dafür hat die Zarge einen tiefen Anschlag im Futter. Das wirkt ruhiger und flächiger, braucht aber eine eigene Zarge und meist verdeckt liegende Bänder. Gefälzte und stumpfe Türblätter und Zargen lassen sich nicht mischen.

DIN links oder DIN rechts?
Die Faustregel nach DIN 107: Stell dich auf die Seite, zu der die Tür aufschwingt – dort, wo du die Bänder siehst. Sitzen die Bänder von dort aus gesehen links, ist es DIN links. Sitzen sie rechts, ist es DIN rechts.
Von der Gegenseite aus sind die Bänder nicht zu sehen, die Richtung lässt sich dort leicht verwechseln. Die DIN-Richtung gilt für Zarge, Türblatt und Schloss gleichermaßen und gehört in jede Bestellung.

Bänder: zwei- oder dreiteilig?
Gefälzte Zimmertüren hängen meist an Einbohrbändern, deren Zapfen in Zarge und Türblatt eingebohrt werden. Ein zweiteiliges Band besteht aus dem Rahmenteil an der Zarge, das den Dorn trägt, und dem Flügelteil am Türblatt – der Standard bei Zimmertüren.
Ein dreiteiliges Band hat drei Bandrollen und damit eine längere Lagerung; es trägt mehr und wird bei schweren Türblättern, etwa mit Vollspaneinlage, und bei Wohnungseingangstüren eingesetzt. Ob ein Band in Höhe, Seite und Andruck verstellbar ist, hängt nicht von der Teilezahl ab, sondern vom Band und seinen Aufnahmen in Zarge und Türblatt – Tragkraft und Verstellwege stehen beim Hersteller.
Die Lage der Bänder ist genormt: Die obere Bandbezugslinie liegt 241 mm unter dem Zargenfalz und 237 mm unter der Oberkante des Türblattfalzes, die untere bei Türblatthöhen von 1860 bis 2110 mm 1435 mm darunter. Ein drittes Band sitzt seit der Ausgabe 2014 der DIN 18101 einheitlich 350 mm unter der oberen Bandbezugslinie. Deshalb passen Türblätter und Zargen verschiedener Hersteller zusammen.

Die Zarge
Die Umfassungszarge ist die übliche Zarge für Holz-Innentüren. Futter und Falzbekleidung sind fest verleimt, die Zierbekleidung steckt mit einer Feder in einer Nut des Futters. So lässt sie sich im Verstellbereich verschieben – je nach Hersteller etwa −5 bis +10 oder +15 mm – und gleicht Toleranzen der Wandstärke aus. Bestellt wird die Zarge deshalb nach Wandstärke; wer den Verstellbereich ganz ausreizen müsste, nimmt besser die nächste Zargenbreite.
Eingebaut wird sie mit Montageschaum oder Montagekleber und Spreizen, die die Zarge beim Aushärten auf Maß halten. Daneben gibt es Blockzargen, die nur in der Leibung sitzen, und Stahlzargen, die im Objektbau und bei vielen Funktionstüren üblich sind.

Türblatt und Mittellage
Ein Türblatt besteht aus einem umlaufenden Rahmen, der Mittellage und zwei Decklagen, darauf die Oberfläche aus CPL, Furnier oder Lack. Die Mittellage entscheidet über Gewicht, Stabilität und Schalldämmung:
- Wabe: Waben aus Papier oder Karton, sehr leicht und günstig, aber wenig stabil und kaum schalldämmend.
- Röhrenspan: Spanplatte mit eingeformten Röhren, ein komplettes 40-mm-Türblatt wiegt etwa 15 kg/m². Der gängige Kompromiss für Zimmertüren.
- Vollspan: massive Spanplatte, je nach Aufbau etwa 23–34 kg/m². Stabiler und schalldämmender, für Wohnungseingangs- und Funktionstüren; das Gewicht verlangt passende Bänder.

Klimaklasse und Beanspruchungsgruppe
Ist es auf beiden Seiten einer Tür unterschiedlich warm und feucht, verzieht sich das Türblatt. Die Klimaklasse gibt an, welchen Unterschied eine Tür verträgt: Im Prüfklima darf sie sich höchstens 4 mm verformen. Eine Tür zum unbeheizten Keller braucht deshalb eine höhere Klasse als eine Tür zwischen zwei Wohnräumen.
Die Beanspruchungsgruppe beschreibt die mechanische Festigkeit – geprüft werden Belastung, Verwindung und Stöße. Für Wohnungen ist M üblich, für Schulen und Hotels S.
| Klasse | warme Seite | kalte Seite | Einsatz |
|---|---|---|---|
| I | 23 °C / 30 % | 18 °C / 50 % | geringer Klimaunterschied, etwa zwischen beheizten Wohnräumen |
| II | 23 °C / 30 % | 13 °C / 65 % | deutlicher Unterschied, etwa zu einem kühleren Flur oder Treppenhaus |
| III | 23 °C / 30 % | 3 °C / 85 % | großer Unterschied, etwa zu unbeheizten Kellern oder Treppenhäusern |
| Gruppe | DIN EN 1192 | Einsatz |
|---|---|---|
| N | 1 | normale Beanspruchung, schonender Gebrauch |
| M | 2 | mittlere Beanspruchung, üblich im Wohnungsbau |
| S | 3 | starke Beanspruchung, etwa Schulen, Hotels, Krankenhäuser |
| E | 4 | extreme Beanspruchung, etwa stark frequentierte öffentliche Gebäude |
Maße nach DIN 18101
Alle Maße gehen vom Baurichtmaß aus, dem Raster des Hochbaus in Schritten von 12,5 cm. Die Wandöffnung ist 10 mm breiter und 5 mm höher, das Türblatt gefälzt 15 mm schmaler und 15 mm niedriger. Für eine Standardtür mit Baurichtmaß 875 × 2000 mm heißt das: Wandöffnung 885 × 2005 mm, Türblatt 860 × 1985 mm.
Der Drücker sitzt üblicherweise etwa 1050 mm über dem fertigen Fußboden; barrierefreie Türen nach DIN 18040 haben ihn auf 850 mm. Weicht ein Bestandsmaß von dieser Reihe ab, ist es ein Sondermaß.
| Baurichtmaß | Wandöffnung | Zargenfalzmaß | Türblatt außen | Türblatt-Falzmaß |
|---|---|---|---|---|
| 625 | 635 | 591 | 610 | 584 |
| 750 | 760 | 716 | 735 | 709 |
| 875 | 885 | 841 | 860 | 834 |
| 1000 | 1010 | 966 | 985 | 959 |
| 1125 | 1135 | 1091 | 1110 | 1084 |
| Baurichtmaß | Wandöffnung | Zargenfalzmaß | Türblatt außen | Türblatt-Falzmaß |
|---|---|---|---|---|
| 1875 | 1880 | 1858 | 1860 | 1847 |
| 2000 | 2005 | 1983 | 1985 | 1972 |
| 2125 | 2130 | 2108 | 2110 | 2097 |
Wandöffnung nach DIN 18100, Höhen ab Oberkante Fertigfußboden. Das Türblatt-Falzmaß ist zugleich das Maß des stumpf einschlagenden Türblatts. Einzelne Hersteller weichen beim Zargenfalzmaß um wenige Millimeter ab.
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Türen-ABC: Glossar von A–Z
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