Grundlagen für Schreiner - Holzarten
Warum Holzkenntnis für Schreiner unverzichtbar ist
Holz ist der traditionsreichste Werkstoff im Schreinerhandwerk – und zugleich einer der vielseitigsten. Kaum ein Material bietet so viele Gestaltungsmöglichkeiten, natürliche Schönheit und technische Eigenschaften wie Holz.
Wer im Möbelbau oder Innenausbau arbeitet, sollte die wichtigsten Holzarten und ihre Eigenschaften kennen, um Material gezielt auswählen und richtig verarbeiten zu können.
In diesem Beitrag erfährst du, wie man Holzarten bestimmt, welche Merkmale entscheidend sind und welche Hölzer sich besonders für den Möbelbau eignen.
Holzbestimmung – So erkennst du Holzarten sicher
Holz lässt sich anhand verschiedener Merkmale unterscheiden. Dazu gehören Farbe, Struktur, Härte, Geruch und weitere natürliche Eigenschaften. Diese Erkennungsmerkmale sind sowohl für die Holzauswahl als auch für die Qualitätsprüfung im Schreineralltag wichtig.
HOLZARTEN IM ÜBERBLICK:
Es gibt noch unzählige weitere Holzarten! Dies ist nur ein Auszug der gängigsten Holzarten. Falls deine gewünschte Holzart nicht dabei ist, schreibe uns gerne eine eine Anfrage über unser Kontaktformular und wir fügen sie gerne noch hinzu.
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Weitere Detailseiten für die Holzarten folgen!
1. Farbe und Farbgruppen
Holzfarben reichen von fast weiß bis tiefschwarz. Bei Kernholzbäumen ist die Farbe des Kernholzes ausschlaggebend. Man unterscheidet grob folgende Gruppen:
Weißlich: Ahorn, Birke, Linde, Hainbuche, Pappel, Tanne
Gelblich: Fichte, Esche, Douglasie
Rötlich: Kirschbaum, Erle, Lärche, Kiefer
Bräunlich: Eiche, Rotbuche, Nussbaum, Ulme
Dunkel bis schwärzlich: Mooreiche, Wenge, Ebenholz
Tipp: Die Holzfarbe verändert sich mit der Zeit – UV-Strahlung lässt viele Hölzer nachdunkeln.
2. Kern- und Splintholz
Die Struktur des Holzes gibt Aufschluss über dessen Aufbau:
Splintholzbäume (einfarbig): Ahorn, Birke, Erle
Kernholzbäume (zweifarbig): Eiche, Lärche, Kiefer, Nussbaum
Kernreifholzbäume: Ulme (Rüster)
Der Farbunterschied zwischen Kern und Splint ist bei Kernhölzern deutlich sichtbar – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal beim Zuschnitt und bei der Oberflächenbehandlung.
3. Jahresringe und Maserung
Die Jahresringe zeigen das Wachstum des Baumes und geben Hinweise auf die Holzqualität.
Deutliche Jahresringe: Eiche, Esche, Lärche, Kiefer
Schwache Jahresringe: Birke, Erle, Birnbaum
Auch die Maserung (Zeichnung im Längsschnitt) ist charakteristisch:
Stark gemasert: Eiche, Esche, Lärche
Zarte Maserung: Ahorn, Kirschbaum, Buche
Kaum sichtbar: Erle, Birnbaum
4. Porenstruktur
Die Poren beeinflussen das Erscheinungsbild und die Oberflächenwirkung von Hölzern:
Ringporig: Eiche, Esche, Ulme
Zerstreutporig: Buche, Birke, Ahorn
Porenlos (Nadelhölzer): Fichte, Tanne, Kiefer
Fachwissen: Ringporige Hölzer wirken markanter und sind besonders beliebt für rustikale oder klassische Möbel.
5. Härte und Dichte (nach Brinell)
Die Härte eines Holzes wird nach der Brinell-Methode (HB) gemessen. Sie gibt an, wie widerstandsfähig das Material gegen Druck ist.
Grundsätzlich gilt: Je dichter das Holz, desto höher die Festigkeit.
| Härtegrad | Beispiele |
|---|---|
| Weichholz: | Fichte, Kiefer, Lärche, Linde |
| Mittelhart: | Ahorn, Birke, Kirschbaum |
| Hartholz: | Eiche, Esche, Buche, Nussbaum, Hainbuche |
6. Gewicht und Dichte
Das spezifische Gewicht eines Holzes beeinflusst sowohl die Bearbeitung als auch das Einsatzgebiet.
| Gewichtsklasse (bei 15 % Feuchte) | Dichte (g/cm³) | Beispiele |
|---|---|---|
| Leicht: | < 0,43 | Fichte, Tanne |
| Mittelschwer: | 0,43–0,72 | Ahorn, Birke, Buche, Kiefer |
| Schwer: | 0,72–1,00 | Eiche, Esche, Hainbuche |
| Sehr schwer: | > 1,00 | Ebenholz, Pockholz |
7. Geruch und Harzgehalt
Viele Holzarten haben einen charakteristischen Eigengeruch, der Hinweise auf die Holzart gibt:
Harzig: Fichte, Kiefer, Lärche
Säuerlich: Tanne
Gerbsäurehaltig: Eiche
Süßlich: Rosenholz, Palisander
Unangenehm (feucht): Nussbaum, Ulme
Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer besitzen zudem sichtbare Harzgänge, die beim Bearbeiten austreten können.
Geeignete Holzarten für den Möbelbau
Im Möbelbau kommen sowohl Nadel- als auch Laubhölzer zum Einsatz. Die Wahl hängt von Optik, Härte, Bearbeitbarkeit und Preis ab.
| Holzart | Farbe & Optik | Härte | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| Eiche | hellbraun, markante Poren | hart | Möbel, Parkett, Küchenfronten |
| Buche | rötlich, gleichmäßig | hart | Stühle, Tische, Innenausbau |
| Ahorn | hell, feinporig | mittel | Arbeitsplatten, Fronten |
| Nussbaum | dunkelbraun, elegant | hart | Designmöbel, Furniere |
| Kiefer | gelblich, astreich | weich | Landhausmöbel, Türen |
| Esche | hell, lebhafte Maserung | hart | Möbel, Sportgeräte |
| Birke | hell, gleichmäßig | mittel | Sperrholz, Schränke |
| Lärche | rötlich, harzhaltig | mittelhart | Fenster, rustikale Möbel |
💡 Praxistipps für Schreiner
Feuchtegehalt prüfen: Idealerweise liegt er zwischen 8–12 %.
Zertifizierung beachten: FSC® oder PEFC™ steht für nachhaltige Forstwirtschaft.
Verwendungszweck bedenken: Innenbereich, Außenbereich oder Feuchtraum benötigen unterschiedliche Holzarten.
Oberflächen anpassen: Harthölzer wie Eiche oder Buche reagieren unterschiedlich auf Lacke und Öle.
Fazit
Die Kenntnis über Holzarten und ihre Eigenschaften ist ein zentraler Bestandteil im Schreinerhandwerk.
Wer weiß, wie man Holz richtig bestimmt und auswählt, kann langlebige, formstabile und ästhetisch ansprechende Möbel herstellen.
Die Materialkunde ist somit nicht nur theoretisches Wissen, sondern die Grundlage für präzises Handwerk und hochwertige Ergebnisse.