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🌳 Abachi – Holzart im Überblick

(Ayous | Obeche | Samba | Wawa)

STECKBRIEF

  • Deutscher Name: Abachi. Je nach Herkunftsland wird es im Handel auch oft unter den Namen Ayous (Kamerun), Obeche (Nigeria), Samba (ElfenbeinkĂĽste) oder Wawa (Ghana) gefĂĽhrt.

  • Botanische Bezeichnung: Triplochiton scleroxylon – Familie: Malvaceae (Malvengewächse).

  • Verbreitung: West- und Zentralafrika. Es wächst bevorzugt in den tropischen Regenwäldern entlang des Ă„quators.

Abachi ist der „Leichtgewicht-Spezialist“ unter den Importhölzern. Bekannt geworden ist es vor allem als das klassische Saunaholz, da es eine extrem geringe Wärmeleitfähigkeit besitzt und auch bei hohen Temperaturen nicht splittert.

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Herkunft & Arten

Die Gattung Triplochiton besteht nur aus einer einzigen wirtschaftlich relevanten Art. Dennoch unterscheiden sich die Bezeichnungen je nach Region:

  • Ayous / Abachi: Die gängigsten Handelsnamen fĂĽr hochwertiges, helles Holz.

  • Thermisch modifiziertes Abachi (Thermo-Ayous): Da Abachi von Natur aus nicht dauerhaft ist, wird es heute oft thermisch behandelt. Dadurch wird es dunkelbraun und extrem witterungsbeständig, was es zu einer beliebten Alternative fĂĽr Fassaden und Terrassen macht.

Holzbild & Struktur

  • Farbe: Abachi ist ein Reifholzbaum ohne Farbunterschied zwischen Splint- und Kernholz.

    • Die Farbe ist cremeweiĂź bis blassgelblich, ähnlich wie helles Elfenbein.

  • Jahrringe: Da es in den Tropen keine ausgeprägten Jahreszeiten gibt, fehlen klassische Jahrringe. Das Holz wirkt sehr homogen und schlicht.

  • Poren: Zerstreutporig und relativ groĂź. Im Längsschnitt sind die Poren als deutliche, feine Nadelrisse erkennbar.

  • Maserung: Meist geradfaserig, gelegentlich tritt ein leichter Wechseldrehwuchs auf, der im Radialschnitt zu einer dezenten Streifung fĂĽhrt.

Verwendung

Abachi findet ĂĽberall dort Anwendung, wo geringes Gewicht und gute Isolierung gefragt sind:

  • Saunabau: Das Haupteinsatzgebiet fĂĽr Sitz- und Liegeflächen (da es kaum Wärme leitet und harzfrei ist).

  • Modellbau: Aufgrund der leichten Bearbeitbarkeit und des geringen Gewichts.

  • Leichtbau: Mittellagen fĂĽr TĂĽrblätter, Sperrholzkerne und Leisten.

  • Innenausbau: Blindhölzer, Rahmen und Profilleisten, Bildereinrahmungen.

  • Prothesenbau: Wegen der Splitterfreiheit und Leichtigkeit.

Eigenschaften

Abachi ist ein sehr leichtes und weiches Holz. Es gehört zu den am einfachsten zu bearbeitenden Hölzern weltweit.

Dauerhaftigkeit & Beständigkeit:

Nicht dauerhaft (Klasse 5). Unbehandeltes Abachi darf niemals im Außenbereich verwendet werden, da es extrem anfällig für Pilzbefall und Insekten (Anobien) ist.

Bearbeitung:
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  • Hervorragend: Es lässt sich mit minimalem Kraftaufwand sägen, hobeln und fräsen.

  • Verbindungen: Schrauben und Nägel halten aufgrund der geringen Dichte nur mäßig; Verleimungen sind jedoch sehr fest.

  • Oberflächen: Nimmt Lacke und Lasuren gut an. In der Sauna wird es meist unbehandelt gelassen.

  • Trocknung: Trocknet sehr schnell und weist eine extrem geringe Schwindung auf. Es ist eines der formstabilsten Hölzer ĂĽberhaupt.

Tipp: Achte beim Hobeln von Abachi mit Wechseldrehwuchs auf sehr scharfe Messer, da die Fasern sonst eher „ausgerissen“ als geschnitten werden.

Technische Eigenschaften

EigenschaftWert
Rohdichte (lufttrocken, 12–15 %)0,35–0,45 g/cm³
Druckfestigkeit25–35 N/mm²
Biegefestigkeit50–70 N/mm²
Elastizitätsmodul5 500–8 000 N/mm²
Härte (Brinell, ⊥ zur Faser)10–12 N/mm²
pH-Wert5,5-6,5
NatĂĽrliche DauerhaftigkeitKlasse 5 (nach DIN-EN 350-2)

Besonderheiten & Hinweise

  • Geruch: Frisch eingeschnittenes Abachi kann einen leicht säuerlich-unangenehmen Geruch verströmen. Nach der Trocknung ist das Holz jedoch völlig geruchlos.
  • Thermische Leitfähigkeit: Abachi leitet Wärme extrem schlecht. In einer 90°C heiĂźen Sauna fĂĽhlt sich das Holz auf der Haut immer noch angenehm an. Ein entscheidender Vorteil gegenĂĽber anderen Holzarten.

  • Arbeitsschutz: Der feine Staub beim Schleifen kann allergische Reaktionen auslösen. Eine gute Absaugung ist bei diesem „mehligen“ Staub besonders wichtig.

  • Tipp fĂĽr Schreiner: Da Abachi sehr weich ist, entstehen extrem schnell Druckstellen. Gehen Sie beim Zwingen und beim Transport besonders vorsichtig mit den WerkstĂĽcken um.

Fazit

Abachi ist das ideale Funktionsholz für Leichtbau und Wellness-Bereiche. Für den Schreiner ist es ein dankbares Material, das sich fast wie „festes Styropor“ bearbeiten lässt. Wer ein extrem formstabiles und wärmeisolierendes Holz sucht, kommt an Abachi nicht vorbei, solange das Projekt im trockenen Innenbereich bleibt.

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