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🌳 Apfelbaum – Holzart im Überblick

(Kulturapfel | Wildapfel | Holzapfel)

STECKBRIEF

  • Deutscher Name: Kultur-Apfelbaum (Malus domestica) oder Wild-Apfel (Malus sylvestris). Er zählt zu den wertvollsten heimischen Obsthölzern und wird oft als „Edellaubholz“ gehandelt.

  • Botanische Bezeichnung: Malus spp. – Familie: Rosaceae (Rosengewächse).

  • Verbreitung: UrsprĂĽnglich aus Zentralasien stammend, heute weltweit in gemäßigten Zonen verbreitet. Im Handwerk wird meist Holz aus alten Obstgärten oder von Streuobstwiesen verwendet.

Der Apfelbaum ist die „charakterstarke Diva“ unter den Hölzern. Aufgrund seines langsamen Wuchses und der oft knorrigen Stammformen ist es in großen Dimensionen selten verfügbar. In der feinen Schreinerei und Drechslerei wird es jedoch für seine extreme Härte und die warme, rötliche Farbtiefe geliebt.

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Herkunft & Arten

Beim Apfelbaumholz unterscheidet man im Handwerk meist nach dem Wuchsort:

  • Kulturapfel: Stammt meist aus Gartenrodungen. Das Holz ist oft durch Veredelungen und SchnittmaĂźnahmen gezeichnet, was zu sehr lebendigen und individuellen Maserungen fĂĽhrt.

  • Wildapfel (Holzapfel): Seltener und oft feinjähriger als der Kulturapfel. Das Holz ist meist noch härter und gleichmäßiger in der Struktur.

  • VerfĂĽgbarkeit: Da Apfelbäume selten forstwirtschaftlich genutzt werden, ist das Holz meist nur ĂĽber spezialisierte Edelholzhändler oder lokale Quellen (Baumfällungen) zu beziehen.

Holzbild & Struktur

  • Farbe: 

    • Splintholz: Breit und hellgelb bis rötlich-weiĂź.

    • Kernholz: rötlich-braun bis rotbraun, oft mit dunklen Streifen oder unregelmäßigen Farbzonen durchsetzt. Es hat eine sehr warme Ausstrahlung.

  • Jahrringe: Deutlich erkennbar, oft wellig verlaufend, was dem Holz eine sehr lebendige Zeichnung verleiht.

  • Poren: Zerstreutporig und extrem fein. Nach der Bearbeitung wirkt die Oberfläche fast metallisch glatt.

  • Besonderheiten: Häufig treten Drehwuchs, Ă„ste und Verwachsungen auf. Diese „Fehler“ machen den besonderen Reiz des Holzes fĂĽr exklusive EinzelstĂĽcke aus.

Verwendung

Wegen der begrenzten Abmessungen wird Apfelbaum primär für kleinere, hochwertige Objekte genutzt:

  • Exklusiver Möbelbau: Intarsien (Einlegearbeiten), kleine Schatullen, Fronten von Solitärmöbeln.

  • Drechslerarbeiten: Schalen, Vasen, Schreibgeräte und kunstvolle Objekte.

  • Werkzeugbau: Aufgrund der extremen Härte fĂĽr Hobelsohlen, Werkzeuggriffe und frĂĽher fĂĽr Zahnräder in MĂĽhlen.

  • KĂĽchenutensilien: Hochwertige Messergriffe (sehr wasserresistent durch die hohe Dichte).

  • Musikinstrumente: Gelegentlich fĂĽr Flöten oder Zierteile im Instrumentenbau.

Eigenschaften

Apfelbaumholz ist sehr schwer, hart und zäh. Es gehört zu den dichtesten einheimischen Holzarten.

Dauerhaftigkeit & Beständigkeit:

Nicht dauerhaft (Klasse 4–5). Apfelbaumholz ist extrem anfällig für Pilzbefall und Würmer. Es darf nur im trockenen Innenbereich verwendet werden.

Bearbeitung:
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  • Anspruchsvoll: Wegen der Härte und des häufigen Drehwuchses ist die Bearbeitung schwierig. Es neigt zum Splittern.

  • Oberflächen: Nach dem Schleifen (bis zu hoher Körnung) entstehen seidig glänzende, spiegelglatte Oberflächen, die sich hervorragend polieren lassen.

  • Trocknung: Sehr schwierig. Apfelbaum ist berĂĽchtigt fĂĽr sein starkes Schwindverhalten. Es reiĂźt und verzieht sich extrem leicht. Eine sehr langsame Trocknung (oft ĂĽber Jahre) ist zwingend erforderlich.

Tipp: Beim Fräsen und Bohren neigt Apfelbaumholz aufgrund der hohen Dichte extrem schnell zu Brandmalen. Arbeite mit reduzierter Drehzahl und sehr scharfen Werkzeugen.

Technische Eigenschaften

EigenschaftWert
Rohdichte (lufttrocken, 12–15 %)0,65–0,85 g/cm³
Druckfestigkeit45–60 N/mm²
Biegefestigkeit80–110 N/mm²
Elastizitätsmodul10 000–12 000 N/mm²
Härte (Brinell, ⊥ zur Faser)30–35 N/mm²
pH-Wert4,5-5,2
NatĂĽrliche DauerhaftigkeitKlasse 4-5 (nach DIN-EN 350-2)

Besonderheiten & Hinweise

  • Rissbildung: Man sagt unter Schreinern oft: „Dem Apfelbaum beim ReiĂźen zuzusehen, gehört zum Handwerk.“ Um Risse zu vermeiden, sollten Hirnholzenden bei der Trocknung sofort versiegelt werden.

  • Haptik: Die Oberfläche von poliertem Apfelholz fĂĽhlt sich auĂźergewöhnlich glatt und „speckig“ (im positiven Sinne) an.

  • Tipp fĂĽr Schreiner: Verwenden Sie Apfelbaumholz fĂĽr Projekte, bei denen die NatĂĽrlichkeit im Vordergrund steht. Risse können bewusst mit Epoxidharz oder Kontrasthölzern (Schwalbenschwanz-Keys) ins Design integriert werden.

Fazit

Der Apfelbaum ist ein Holz für Geduldige und Liebhaber. Er verzeiht keine Fehler bei der Trocknung und fordert das Werkzeug heraus. Wer diese Hürden meistert, wird jedoch mit einem Holz belohnt, das an technischer Härte und ästhetischer Wärme kaum zu übertreffen ist. Ein wahres Schmuckstück für jedes Meisterstück.

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