Bubinga – Holzart im Überblick
(Afrikanisches Rosenholz | Kevazingo | Essingang)
STECKBRIEF
Deutscher Name: Bubinga. Aufgrund der Ähnlichkeit oft fälschlicherweise als „Afrikanisches Rosenholz“ bezeichnet (gehört aber nicht zur Gattung Dalbergia).
Botanische Bezeichnung: Guibourtia tessmannii, Guibourtia pellegriniana – Familie: Fabaceae (Hülsenfrüchtler).
Verbreitung: West- und Zentralafrika, hauptsächlich in Gabun, Kamerun und dem Kongo.
Bubinga ist das „Schwergewicht der Luxusklasse“. Es besticht durch eine beeindruckende Farbtiefe und eine oft spektakuläre Maserung. Unter Schreinern und Instrumentenbauern gilt es als eines der exklusivsten Hölzer der Welt, das sowohl durch seine technischen Höchstwerte als auch durch seine ästhetische Brillanz überzeugt.
Herkunft & Arten
Bubinga stammt aus den tropischen Regenwäldern Afrikas und wächst zu gewaltigen Bäumen mit Stammdurchmessern von bis zu 2 Metern heran.
Kevazingo: Ein spezieller Handelsname für Bubinga-Furnier, das durch Rundschälen gewonnen wird und eine besonders wirbelige, wolkenartige Maserung aufweist.
Artenschutz: Wichtiger Hinweis! Seit 2017 ist Bubinga im CITES-Anhang II gelistet. Das bedeutet, der Handel ist streng reglementiert. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf gĂĽltige Importgenehmigungen und Zertifikate.
Holzbild & Struktur
Farbe:Â Das Kernholz zeigt ein breites Spektrum von Rosarot ĂĽber Rotbraun bis hin zu einem tiefen Violett.
Charakteristisch sind die dunklen, oft fast schwarzen Adern, die das Holz durchziehen.
Jahrringe: Durch Zuwachszonen erkennbar, wirken aber oft durch den Wechseldrehwuchs sehr lebendig.
Poren: Zerstreutporig und mittelgroß. Die Poren sind oft mit rötlichen Inhaltsstoffen gefüllt.
Maserung: Häufig tritt ein ausgeprägter Wechseldrehwuchs auf. Besonders begehrt sind Stücke mit „Riegelung“, „Wimmerwuchs“ oder „Pommelé“-Zeichnung, die eine fast dreidimensionale Tiefe erzeugen.
Verwendung
Bubinga wird überall dort eingesetzt, wo es auf maximale Repräsentation ankommt:
Exklusiver Möbelbau: Riesige Konferenztische (oft aus einer einzigen massiven Bohle), Sideboards und Unikate.
Musikinstrumente: Sehr beliebt fĂĽr den Bau von Gitarrenkorpussen, Bassgitarren und Schlagzeugkesseln (wegen der brillanten Klangeigenschaften).
Innenausbau: Luxuriöse Wandverkleidungen und Parkettböden im High-End-Bereich.
Handgriffe & Accessoires: Messergriffe, Schreibgeräte und Schmuckschatullen.
Eigenschaften
Bubinga ist extrem hart, schwer und druckfest. Es ĂĽbertrifft die Eiche in fast allen mechanischen Werten deutlich.
Dauerhaftigkeit & Beständigkeit:
Sehr dauerhaft (Klasse 1–2). Es ist hochresistent gegen Pilze und Insektenbefall. Theoretisch für den Außenbereich geeignet, wird es dort aber aufgrund des Preises kaum verwendet.
Bearbeitung:
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Schwierig: Die extreme Härte und der Wechseldrehwuchs erfordern viel Erfahrung und kraftvolle Maschinen.
Werkzeugverschleiß: Da Bubinga mineralische Einschlüsse (Kieselsäure) enthalten kann, stumpfen Werkzeugschneiden sehr schnell ab. Hartmetallwerkzeuge sind ein Muss.
Oberflächen: Lässt sich hervorragend polieren. Öle und Lacke bringen die „feurige“ Farbe des Holzes extrem gut zur Geltung.
Trocknung: Trocknet sehr langsam und neigt bei unvorsichtiger FĂĽhrung zu Rissen.
Tipp: Beim Verleimen kann es aufgrund von Inhaltsstoffen zu Problemen kommen. Ein vorheriges Entfetten der Leimflächen mit Aceton wird dringend empfohlen.
Technische Eigenschaften
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Rohdichte (lufttrocken, 12–15 %) | 0,80–0,95 g/cm³ |
| Druckfestigkeit | 65–75 N/mm² |
| Biegefestigkeit | 140–160 N/mm² |
| Elastizitätsmodul | 16 000–19 000 N/mm² |
| Härte (Brinell, ⊥ zur Faser) | 43–58 N/mm² |
| pH-Wert | 5,0-6,0 |
| NatĂĽrliche Dauerhaftigkeit | Klasse 1-2 (nach DIN-EN 350-2) |
Besonderheiten & Hinweise
Geruch: Frisch geschnittenes Bubinga kann einen unangenehmen, leicht ranzigen Geruch verströmen, der nach der Trocknung jedoch vollständig verfliegt.
Gewicht: Massive Platten aus Bubinga sind extrem schwer. Ein Tisch aus diesem Holz benötigt eine entsprechend statisch geprüfte Unterkonstruktion.
Tipp für Schreiner: Bei der Bearbeitung von stark geriegeltem Bubinga sollte der Vorschub verringert werden, um Ausrisse an der Oberfläche zu vermeiden.
Fazit
Bubinga ist ein Holz der Superlative. Es fordert dem Schreiner handwerklich alles ab, bietet aber ein Ergebnis, das an Opulenz und Wertigkeit kaum zu überbieten ist. Wer ein Statement im Möbelbau setzen will und die Herausforderung der Bearbeitung nicht scheut, findet in Bubinga seinen Meister.