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🌳 Esche – Holzart im Ăśberblick

(Gemeine Esche | WeiĂźesche | Braunkern-Esche | Olivesche)

STECKBRIEF

  • Deutscher Name: Gemeine Esche (Fraxinus excelsior). Sie zählt neben Eiche und Buche zu den wichtigsten einheimischen Laubnutzhölzern und wird als „Edellaubholz“ klassifiziert.
  • Botanische Bezeichnung: Fraxinus excelsior – Familie: Oleaceae (Ă–lbaumgewächse).
  • Verbreitung: Nahezu in ganz Europa heimisch, von SĂĽdeuropa bis in den Norden Skandinaviens und östlich bis zum Kaukasus. Sie liebt feuchte, nährstoffreiche Böden („Auen-Esche“).

Die Esche ist der Leistungssportler unter den Hölzern. Kein anderes einheimisches Holz vereint extreme Zähigkeit, Härte und Elastizität so perfekt miteinander. Wo hohe dynamische Belastungen auftreten, ist die Esche unschlagbar.

Herkunft & Arten

Weltweit gibt es rund 65 Eschenarten. Für den europäischen Markt sind vor allem folgende Typen relevant:

  • Gemeine Esche: Die klassische europäische Art; liefert das typische hell-weiĂźliche Holz.

  • Amerikanische WeiĂź-Esche (Fraxinus americana): Ă„hnelt der europäischen Esche stark, ist oft etwas leichter und wird häufig fĂĽr Sportgeräte (z. B. Baseballschläger) importiert.

  • Braunkern-Esche / Olivesche: Ă„ltere Eschen bilden oft einen dunklen, braun-olivfarbenen Kern aus. Diese Färbung ist rein optisch und beeinträchtigt die Holzqualität nicht. Im Gegenteil, sie ist fĂĽr dekorative Möbel sehr begehrt.

Holzbild & Struktur

  • Farbe: 

    • Splint & Kern: Die Esche ist ein Kernholzbaum. Das Holz ist im jungen Zustand fast weiĂź bis hellgelblich oder weiĂźlich-grau.

    • Braunkern: Im Alter bildet sich oft ein unregelmäßiger, wolkenartig begrenzter brauner Kern (Olivesche), der dem Holz eine markante Optik verleiht.

  • Jahrringe: Sehr deutlich sichtbar. Die Esche ist ringporig, was zu einer sehr kräftigen Streiferung (Radialschnitt) oder Fladerung (Tangentialschnitt) fĂĽhrt.

  • Poren: Die FrĂĽhholzporen sind groĂź und mit bloĂźem Auge als feine Rillen erkennbar.

  • Besonderheiten: Das Holzbild ähnelt der Eiche, jedoch fehlen der Esche die breiten Holzstrahlen („Spiegel“), was die Maserung klarer und technischer wirken lässt.

Verwendung

Die Esche wird ĂĽberall dort eingesetzt, wo Festigkeit und Biegsamkeit gefragt sind:

  • Werkzeugbau: Stiele fĂĽr Hämmer, Ă„xte, Schaufeln und Sensen (wegen der hohen Schockabsorption).

  • Sportgeräte: Barrenholme, Schlittenkufen, Baseballschläger und klassische Turngeräte.

  • Innenausbau: Sehr beliebt fĂĽr Treppenstufen, Parkett und Dielenböden (extrem abriebfest).

  • Möbelbau: Moderne Massivholzmöbel, StĂĽhle (Biegeformteile) und hochwertige Furniere.

  • Wagnerei & Fahrzeugbau: Traditionell fĂĽr Wagenräder, heute noch im Skelettbau spezieller Karosserien.

Eigenschaften

Eschenholz ist schwer, hart und außergewöhnlich zäh.

Dauerhaftigkeit & Beständigkeit:

Nicht dauerhaft (Klasse 5). Esche ist im Außenbereich extrem anfällig für Pilz- und Insektenbefall. Sie ist ein reines Innenholz.

Bearbeitung:
  • Gut: Lässt sich manuell und maschinell gut bearbeiten.
  • Biegen: Nach dem Dämpfen lässt sich Esche hervorragend biegen. Fast so gut wie die Buche.

  • Oberflächen: Sehr gut zu beizen und zu lackieren. Besonders offenporige Lackierungen betonen die markante Struktur.

  • Trocknung: Trocknet mäßig schnell und neigt nur wenig zum ReiĂźen oder Verwerfen. Sie ist im trockenen Zustand sehr formstabil.

Tipp: Aufgrund der Ringporigkeit lässt sich Esche fantastisch „ausbürsten“ (strukturieren), um eine haptisch erlebbare Oberfläche zu erzeugen.

Technische Eigenschaften

EigenschaftWert
Rohdichte (lufttrocken, 12–15 %)0,65–0,75 g/cm³
Druckfestigkeit45–52 N/mm²
Biegefestigkeit100–110 N/mm²
Elastizitätsmodul13 000–14 000 N/mm²
Härte (Brinell, ⊥ zur Faser)34–40 N/mm²
pH-Wert5,5-6,0
NatĂĽrliche DauerhaftigkeitKlasse 5 (nach DIN-EN 350-2)

Besonderheiten & Hinweise

  • Eschentriebsterben: Ein Pilz bedroht aktuell die Eschenbestände in Europa massiv, was langfristig Auswirkungen auf die VerfĂĽgbarkeit und den Preis haben könnte.

  • Schlagfestigkeit: Die Fähigkeit, plötzliche Stöße abzufangen, ohne zu brechen, macht sie zum Standard fĂĽr Stielwerkzeuge.

  • Tipp fĂĽr Schreiner: Beim Bohren von Esche sollte auf eine gute Spanabfuhr geachtet werden, da das Holz aufgrund seiner Dichte bei Hitzeentwicklung schnell zu Brandmarken neigt.

Fazit

Die Esche ist das dynamische Kraftpaket im Holzlager. Für den Schreiner ist sie ein technisch hochperformanter Werkstoff, der vor allem im Treppen- und Möbelbau durch seine Helligkeit und markante Zeichnung überzeugt. Wer ein Holz sucht, das Belastung und Ästhetik vereint, kommt an der Esche nicht vorbei.