Die Schraubverbindung überträgt Kräfte kraftschlüssig über das Gewinde einer Schraube, die sich in eine vorgebohrte oder selbstschneidende Bohrung eindreht. Im Möbel- und Korpusbau hat sich dafür die Konfirmatschraube etabliert: ein Schraubentyp mit großem Kerndurchmesser, der speziell für den Einsatz in der Schmalkante von Plattenwerkstoffen entwickelt wurde und dort deutlich mehr Haltekraft bietet als eine gewöhnliche Holz- oder Spanplattenschraube.
Aufbau
Eine Konfirmatschraube hat einen gewindefreien Hals unterhalb des Senkkopfs und ein grobes, breites Gewinde mit großem Kerndurchmesser. Die verbreitetste Größe ist 7 × 50 mm. Gebohrt wird mit einem Stufenbohrer, der in einem Arbeitsgang das 5-mm-Kernloch in der Plattenkante, die 7-mm-Bohrung durch die Seite und die Kopfsenkung herstellt. Nicht verwechseln mit der Euroschraube: Das ist eine kurze 6,3-mm-Schraube für 5-mm-Systembohrungen, mit der Beschläge wie Scharniergrundplatten und Auszüge befestigt werden.

Eigenschaften
- Deutlich höhere Auszugsfestigkeit in der Plattenkante als eine normale Spanplattenschraube, da der große Kerndurchmesser mehr Material greift.
- Ohne Vorbohren sprengen vor allem Span- und MDF-Platten in der Schmalkante – Vorbohren ist bei fast allen Plattenwerkstoffen Pflicht, nicht optional.
- Mehrfach lösbar, solange das Kernmaterial nicht durch wiederholtes Ein- und Ausdrehen ausgeleiert wird – bei Spanplatte deutlich empfindlicher als bei MDF oder Multiplex.
- Sichtbare Schraubenköpfe werden häufig mit Abdeckkappen kaschiert oder in nicht einsehbaren Bereichen (Korpusrückseite, unter Fachböden) platziert.
Verwendung
- Korpusverbindungen im Plattenmöbelbau (Seite auf Boden/Deckel), oft in Kombination mit Leim für zusätzliche Steifigkeit
- Rückwandbefestigung, Sockel- und Traversenmontage
- Beschlagmontage (Scharniere, Auszüge, Füße) in Spanplatte, MDF und Multiplex
- Reparatur- und Nachrüstarbeiten, wo eine lösbare, aber belastbare Verbindung gebraucht wird
Verarbeitung
- Konfirmatschrauben grundsätzlich mit dem passenden Stufenbohrer vorbohren – besonders in der Schmalkante von Span- und Faserplatten, wo unvorgebohrte Schrauben das Material aufsprengen.
- Kernlochdurchmesser bei einfachen Spanplattenschrauben mit etwa 70–80 % des Gewindeaußendurchmessers ansetzen; bei Hartholz eher am oberen Ende dieser Spanne bohren.
- Die Bohrung in der Kante genau mittig setzen und vom Plattenende ausreichend Abstand halten, damit die Platte nicht seitlich ausbricht.
- Für sichtbare Verbindungen Senkkopfschrauben mit passender Kopfsenkung verwenden oder auf Abdeckkappen im passenden Dekor zurückgreifen.
Technische Daten
| Gängigste Konfirmatschraube | 7 × 50 mm, außerdem z. B. 6,3 × 50 und 5 × 40 mm |
|---|---|
| Stufenbohrer für 7 × 50 | 5 mm in die Kante · 7 mm durch die Seite · Kopfsenkung |
| Vorbohren Spanplattenschraube | Kernloch ≈ 70–80 % des Gewindeaußendurchmessers |
| Lösbar | ja, mehrfach lösbar (bei stabilem Kernmaterial) |
| Belastung | hoch bei richtigem Vorbohren, geringere Haltekraft in Plattenkanten |
Fazit
Schraubverbindungen sind schnell montiert, lösbar und mit der richtigen Vorbohrung auch in Plattenwerkstoffen zuverlässig belastbar – die Konfirmatschraube ist dabei der Spezialist für die kritische Schmalkante. Für dauerhaft unlösbare, unsichtbare Verbindungen bleibt die Kombination aus Dübel oder Domino mit Leim die stabilere Wahl.
