Der Möbelgriff ist der Beschlag, den man täglich in der Hand hat. Form und Material sind frei, technisch gibt es aber einen gemeinsamen Nenner: Fast alle Bügelgriffe haben einen Lochabstand, der ein Vielfaches von 32 mm ist, und werden mit M4-Schrauben von der Rückseite der Front befestigt.
Aufbau
- Bügel- und Stangengriff – zwei Füße im festen Lochabstand, dazwischen der Bügel. Angegeben wird der Lochabstand, nicht die Gesamtlänge des Griffs.
- Knopf – ein einzelner Befestigungspunkt in der Mitte.
- Muschelgriff – eine Griffmulde zum Hineingreifen. Er wird in eine Fräsung eingelassen oder aufgeschraubt.
- Griffleiste – ein Profil an der Ober- oder Unterkante der Front, oft über die ganze Breite. Sie wird auf die Kante geschraubt oder ist Teil der Front.
- Griffmulde – direkt in die Front gefräst oder als Profil zwischen Arbeitsplatte und Front eingebaut. Für ganz grifflose Fronten gibt es Push-to-Open.
Die Gewindeschrauben gehen durch eine Bohrung in der Front und werden von hinten in das Gewinde im Griff gedreht.

Eigenschaften
- Weil gängige Lochabstände Vielfache von 32 mm sind, lassen sich Griffe oft ohne neue Bohrungen tauschen.
- Knöpfe und viele Muschelgriffe brauchen nur eine Bohrung oder eine Fräsung und sind unabhängig vom Lochabstand.
- Material und Oberfläche prägen Haptik und Aussehen des ganzen Möbels mit.
- Ein Bügelgriff braucht genug Platz für die Finger zwischen Bügel und Front. Bei barrierefreien Möbeln sind große, gut greifbare Bügelgriffe angenehmer als Knöpfe.
Verwendung
- Küchen-, Bad- und Wohnmöbelfronten aller Art
- Modernisierung bestehender Möbel durch reinen Grifftausch
- Griffleisten als durchgehendes Gestaltungselement über mehrere Fronten
- Barrierefreie Möbel mit großen Bügelgriffen
Verarbeitung
- Bei einem Tausch den vorhandenen Lochabstand messen und den neuen Griff danach wählen – sonst bleiben alte Löcher sichtbar.
- Die Schraubenlänge an die Frontdicke anpassen: Die Schraube soll einige Millimeter ins Gewinde greifen, aber nicht am Griffboden anstehen. Für wechselnde Frontdicken gibt es Brechschrauben, die man auf Länge abbricht.
- Schrauben mit Gefühl anziehen, besonders bei Zinkdruckguss und dünnen Fronten.
- Muschelgriffe zum Einlassen brauchen eine passende Fräsung und genug Frontdicke.
Anleitung: Bügelgriff setzen
Mit Bohrlehre montieren
- 1
Position festlegen
Griffposition einheitlich für alle Fronten festlegen, zum Beispiel mittig auf Schubkästen und auf der Öffnungsseite von Türen. Die Mittellinie anreißen.
- 2
Bohrlehre einstellen
Lochabstand und Kantenabstand an der Bohrlehre einstellen oder eine Schablone anfertigen. So sitzen die Griffe an allen Fronten gleich.
- 3
Bohren
Mit 4,5–5 mm senkrecht durch die Front bohren. Hinten eine Zulage gegenklemmen, damit die Kante nicht ausreißt.
- 4
Verschrauben
Schraubenlänge prüfen, Griff von vorn ansetzen und die M4-Schrauben von hinten eindrehen.
Technische Daten
| Lochabstände | 64 · 96 · 128 · 160 · 192 · 224 · 256 · 320 mm und mehr – Vielfache von 32 mm |
|---|---|
| Befestigung | Gewindeschrauben M4 von der Rückseite der Front |
| Schraubenlänge | nach Frontdicke, für 19-mm-Fronten meist M4 × 25 mm |
| Bohrung in der Front | Ø 4,5–5 mm, durchgehend |
| Material | Aluminium, Edelstahl, Zinkdruckguss, Messing, Holz, Leder |
| Bauformen | Bügel- und Stangengriff, Knopf, Muschel, Griffleiste, Griffmulde |
Fazit
Beim Möbelgriff ist die Gestaltung frei, die Technik dank 32-mm-Raster und M4-Schrauben einheitlich. Wer eine durchgehend grifflose Front möchte, findet sie bei Griffmulden, Griffleisten oder Push-to-Open.
