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Push-to-Open-Beschlag

Griffe und Bedienelemente· P2O
Tip-OnDruckschnäpperTouch-LatchAusstoßer
Push-to-Open-Beschlag

Push-to-Open-Beschläge machen grifflose Fronten möglich: Man drückt kurz auf Tür oder Schubkasten, ein Ausstoßer schiebt die Front ein Stück heraus, und man kann sie greifen und ganz öffnen. Zum Schließen drückt man die Front wieder zu, bis der Ausstoßer einrastet. Push-to-Open ist die allgemeine Bezeichnung; „TIP-ON“ ist ein Markenname von Blum, andere Hersteller sprechen von Push to open, Druckschnäpper oder Ausstoßer.

Aufbau

  • Mechanischer Ausstoßer – ein federbelasteter Stößel mit Rastmechanik, ähnlich wie bei einem Kugelschreiber: einmal drücken, der Stößel fährt aus; wieder drücken, er rastet ein.
  • Ausstoßer mit Magnet – ein Magnet an der Stößelspitze hält die Front an einer Gegenplatte geschlossen. Ein Druck löst den Stößel aus.
  • In der Führung – bei Schubkästen ist die Ausstoßfunktion oft in den Auszug eingebaut oder sitzt als Einheit hinten im Korpus.
  • Elektrisch – für große und schwere Fronten gibt es elektrische Öffnungsunterstützung, die schon bei leichtem Druck oder Zug öffnet.

Bei Türen sitzt der Ausstoßer auf der Öffnungsseite, also gegenüber den Scharnieren, meist oben oder unten am Korpus.

Ausstoßer an der Korpusseite: links Tür geschlossen, rechts Tür vom Stößel ein Stück herausgedrückt
Geschlossen und ausgelöst. Links ist die Tür geschlossen und der Stößel eingefahren. Rechts hat der Stößel die Tür nach dem Antippen ein Stück herausgedrückt. Der Ausstoßer sitzt auf einer Adapterplatte in der Lochreihe, am Rad hinten lässt er sich einstellen; der Magnet an der Spitze hält an einer kleinen Platte auf der Türrückseite.

Eigenschaften

  • Durchgehende, grifflose Frontoptik ohne Bügel, Muschel oder Knopf.
  • Türen brauchen Scharniere ohne Selbstschließung. Ein Scharnier mit Feder zieht die Tür gegen den Ausstoßer zu, eine normale Dämpfung bremst das Ausstoßen. Ausstoßen und Dämpfen zusammen funktionieren nur mit Systemen, die dafür ausgelegt sind.
  • Die Front braucht genug Spiel, um eingedrückt zu werden. Ist die Fuge zu knapp oder ungleichmäßig, löst der Ausstoßer nicht zuverlässig aus.
  • Ist der Ausstoßer zu leichtgängig eingestellt, öffnet die Front bei einem Stoß von selbst.
  • Auf hellen und matten Fronten sieht man mit der Zeit Fingerabdrücke an der Stelle, auf die man drückt.

Verwendung

  • Grifflose Küchen- und Badfronten
  • Oberschränke und Klappen, an denen ein Griff stören würde
  • Schubkästen und Auszüge mit eingebauter Ausstoßfunktion
  • Nachrüstung bestehender Möbel, wenn die Scharniere passen

Verarbeitung

  • Bei Türen die Scharniere passend wählen oder tauschen: ohne Feder bzw. als ausdrücklich für Push-to-Open freigegebenes System.
  • Den Ausstoßer auf der Öffnungsseite setzen und so einstellen, dass die geschlossene Front sauber in der Fuge sitzt.
  • Hohe und breite Fronten können sich verdrehen. Dort zwei Ausstoßer oder eine synchronisierte Lösung einplanen.
  • Bei Fronten nebeneinander die Auslösung gleich einstellen, damit sich alle mit gleichem Druck öffnen.

Technische Daten

PrinzipAusstoßer mit Feder und Rastmechanik, oft mit Magnet, der die Front hält
Türenmit Scharnieren ohne Selbstschließung (ohne Feder) oder mit dafür abgestimmten Systemen
SchubkästenAusstoßfunktion in der Führung oder als Einheit hinten im Korpus
Einbauaufgeschraubt, mit Adapter oder in eine Bohrung gesteckt
Fugedie Front braucht Spiel zum Eindrücken – wenige Millimeter, nach Herstellerangabe
Dämpfungnur mit Systemen, die Ausstoßen und Dämpfen verbinden

Fazit

Push-to-Open ist die konsequente Lösung für grifflose Möbel, braucht aber passende Scharniere, gleichmäßige Fugen und eine sorgfältige Einstellung. Wo eine Front sehr oft geöffnet wird oder Fingerabdrücke stören, sind eine Griffmulde oder ein Möbelgriff oft die bessere Wahl.