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Rollenauszug

Auszüge· Rollschubführung
TeilauszugRollschubführungRollenschiene
Rollenauszug

Der Rollenauszug ist die einfachste Schubkastenführung: Statt auf Kugeln laufen die Schienen auf Kunststoffrollen. Das macht ihn günstig und robust, er trägt aber weniger, läuft weniger ruhig und gibt den Schubkasten meist nur etwa zu drei Vierteln frei.

Aufbau

  • Korpusschiene – ein C-Profil an der Korpusseite. Vorn sitzt eine Rolle, auf der der Schubkasten aufliegt.
  • Schubkastenschiene – ein Winkelprofil unten an der Schubkastenseite. Hinten sitzt eine Rolle, die in der Korpusschiene läuft; der obere Rand des C-Profils hält sie unten, damit der Schubkasten nicht abkippt.

Weil es keine Mittelschiene gibt, muss die hintere Rolle immer in der Korpusschiene bleiben. Deshalb kommt der Schubkasten nur zum Teil heraus. Am Ende des Auszugs sorgen Anschläge dafür, dass er nicht herausfällt; zum Herausnehmen hebt man ihn vorn an.

Auf dem Titelbild sind beide Schienen auseinandergezogen: unten die Korpusschiene mit der vorderen Rolle und dem Endanschlag, darüber die Schubkastenschiene mit der hinteren Rolle.

Ausschnitt eines Rollenauszugs: Winkelschiene läuft auf der vorderen Rolle, hintere Rolle in der C-Schiene
Rollen im Detail. Die Schubkastenschiene liegt auf der vorderen Rolle der Korpusschiene auf; ihre eigene Rolle läuft hinten in der Korpusschiene. Die Schraublöcher sind teils als Langlöcher zum Justieren ausgeführt.

Eigenschaften

  • Günstiger als eine Kugelführung und unempfindlich gegen Staub.
  • Der Teilauszug macht den hinteren Teil des Schubkastens schlechter zugänglich – das muss in die Planung.
  • Die Rollen sind beim Ausziehen spürbar, der Schubkasten neigt sich am Ende des Auszugs etwas nach vorn.
  • Kunststoffrollen laufen leise, nutzen sich bei hoher Last aber schneller ab als eine Kugelführung.
  • Viele Rollenauszüge haben am Ende einen kleinen Einzug: Der Schubkasten rollt das letzte Stück von selbst zu und bleibt geschlossen.

Verwendung

  • Preiswerte Möbel, Kinderzimmer- und Büromöbel
  • Schubkästen mit leichter Last, zum Beispiel für Kleidung oder Papier
  • Ersatz bei älteren Möbeln mit vergleichbarer Einbausituation
  • Überall, wo der Preis zählt und kein voller Auszug gebraucht wird

Verarbeitung

  • Die Einbauluft genau einhalten. Ist der Schubkasten zu schmal, springen die Rollen leicht aus der Schiene.
  • Korpusschienen links und rechts auf gleicher Höhe und parallel montieren, die Schubkastenschienen bündig mit der Unterkante der Schubkastenseiten.
  • Die nutzbare Auszugslänge vorab einplanen: Bei einem 3/4-Auszug ist ein Viertel des Schubkastens nur schlecht zu erreichen.
  • Die Tragkraft nicht überschreiten – Rollenauszüge reagieren empfindlicher auf Überlast als Kugelführungen.

Technische Daten

Auszugsartmeist Teilauszug, etwa 3/4 der Länge · dreiteilige Rollen-Vollauszüge gibt es auch
Tragkraftmeist etwa 25 kg, teils bis 30 kg
Einbaulufttypisch etwa 12,5 mm je Seite (Herstellerangabe beachten)
Nennlängenz. B. 250–600 mm
AusstattungAusrollsicherung, teils Selbsteinzug auf den letzten Zentimetern
MaterialStahl, beschichtet oder verzinkt · Rollen aus Kunststoff

Fazit

Der Rollenauszug ist die wirtschaftliche Lösung für leichte Schubkästen, die nicht ganz herauskommen müssen. Sobald volle Auszugstiefe, höhere Last oder ein ruhiger Lauf gefragt sind, ist der Vollauszug den Mehrpreis wert.