Beim Systemschubkasten kommen die Seiten des Schubkastens, die Zargen, fertig aus Stahl oder Aluminium. Führung und Dämpfung sind darauf abgestimmt. Der Schreiner schneidet nur Boden, Rückwand und Front zu und setzt alles zusammen – das geht deutlich schneller als ein gezinkter oder gedübelter Holzschubkasten.
Aufbau
- Zargen – doppelwandige Seiten aus Stahl oder Aluminium, in verschiedenen Höhen.
- Führung – meist ein verdeckter Vollauszug unter dem Schubkasten, mit Dämpfung und oft einer Synchronisierstange, damit linke und rechte Seite gleich laufen. Die Korpusschiene wird an der Korpusseite verschraubt; der Schubkasten rastet über Kupplungen vorn unter dem Boden auf.
- Boden und Rückwand – aus Holzwerkstoff nach der Maßtabelle des Herstellers zugeschnitten. Die Rückwand ist je nach System aus Holz oder Stahl.
- Frontbefestigung – Frontkappen oder Halter an den Zargen nehmen die Front auf. Höhe und meist auch Neigung stellt man an der Zarge ein, die Seite meist an der Kupplung.
Bekannte Systeme sind zum Beispiel Tandembox und Legrabox von Blum oder ArciTech und AvanTech YOU von Hettich; auch andere Hersteller wie Grass und Häfele bieten eigene Zargensysteme an.

Eigenschaften
- Führung, Dämpfung und Frontverstellung kommen fertig und passen zusammen.
- Mit verschiedenen Zargenhöhen sehen Besteck-, Topf- und Vorratsauszüge eines Möbels einheitlich aus.
- Systeme verschiedener Hersteller passen nicht zusammen. Zubehör wie Einteilungen und Ersatzteile muss zum System gehören.
- Schneller zu montieren als ein Holzschubkasten, aber mit weniger Freiheit bei Material und Gestaltung der Innenseiten.
- Für Innenschubkästen hinter einer Tür gibt es Varianten mit eigener Front.
Verwendung
- Küchen mit Besteck-, Topf- und Vorratsauszügen
- Bad, Ankleide und Büro mit Schubkästen unterschiedlicher Höhe
- Serien- und Objektmöbel, bei denen Montagezeit zählt
- Innenschubkästen hinter Türen
Verarbeitung
- Die Maße für Boden und Rückwand aus der Maßtabelle des Herstellers nehmen; sie hängen von lichter Korpusbreite, Nennlänge und Zargenhöhe ab.
- Die Korpusschienen mit einer Montagelehre setzen, damit alle Schubkästen eines Korpus auf gleicher Linie laufen.
- Die Frontbefestigungen mit Bohrlehre in die Front bohren und erst einstellen, wenn alle Schubkästen eines Korpus eingebaut sind – dann stimmen die Fugen zueinander.
- Bei schweren Auszügen (Vorräte, Getränke) die Tragkraft der gewählten Führung prüfen.
Technische Daten
| Zargenhöhen | je nach System etwa 65 bis 240 mm, höhere Auszüge mit Reling oder Einsatz |
|---|---|
| Führung | meist verdeckter Vollauszug unter dem Schubkasten |
| Tragkraft | je nach Ausführung etwa 30–80 kg |
| Dämpfung | meist integriert · alternativ Push-to-open oder elektrische Öffnung |
| Frontverstellung | Höhe und Seite, bei vielen Systemen auch Neigung |
| Boden und Rückwand | Holzwerkstoff nach Maßtabelle, Rückwand je nach System aus Holz oder Stahl |
Fazit
Der Systemschubkasten ist die schnellste Lösung, wenn viele Schubkästen gleich aussehen und sich gleich anfühlen sollen. Wer Material und Konstruktion frei wählen möchte, baut den Schubkasten aus Holz und setzt ihn auf einen Vollauszug.
