Der Türdämpfer bremst eine Tür, Klappe oder einen Schubkasten auf dem letzten Stück vor dem Schließen ab. Die Front kommt sanft zur Ruhe statt mit einem Schlag. Das ist leiser und schont Scharniere, Führungen und die Front selbst.
Aufbau
Im Dämpfer bewegt sich ein Kolben in einem Zylinder mit Öl. Drückt die Tür den Stößel hinein, muss das Öl durch enge Kanäle – das bremst die Bewegung. Eine Feder schiebt den Stößel danach wieder heraus. Je nach Einbau unterscheidet man:
- Im Scharnier eingebaut – bei vielen Topfscharnieren sitzt die Dämpfung schon im Topf oder Arm.
- Auf den Scharnierarm gesteckt – ein Dämpfer, der auf ein vorhandenes Scharnier geclipst wird. Er muss zum Scharniermodell passen.
- Einbohrdämpfer – ein Zylinder, meist mit 10 mm Durchmesser, in einer Bohrung in der Vorderkante des Korpus. Die Tür drückt beim Schließen auf den Stößel.
- Aufgeschraubt – ein Dämpfer im Gehäuse, das innen an den Korpus geschraubt wird.
Bei Schubkästen ist die Dämpfung meist in den Auszug eingebaut, zusammen mit einem Selbsteinzug.

Eigenschaften
- Der Dämpfer wirkt nur auf dem letzten Stück der Bewegung, davor bleibt die Tür leichtgängig.
- Weniger Lärm und weniger Verschleiß an Scharnieren, Führungen und Front.
- Wie stark ein Dämpfer bremst, hängt von Größe und Gewicht der Tür ab. Für schwere Türen braucht es kräftigere oder mehrere Dämpfer; bei sehr leichten Türen kann die Dämpfung verhindern, dass die Tür ganz zugeht.
- Aufsteckdämpfer gehören zu einer bestimmten Scharnierfamilie und passen selten auf Scharniere anderer Hersteller.
- Manche Dämpfer lassen sich abschalten oder in der Stärke einstellen, viele arbeiten fest.
Verwendung
- Küchen- und Badfronten, die häufig geöffnet werden
- Nachrüstung älterer Möbel ohne Dämpfung
- Klappen und Türen an Wohnmöbeln, bei denen lautes Zuschlagen stört
- Schubkästen, meist über den Auszug mit eingebauter Dämpfung
Verarbeitung
- Einbohrdämpfer nach Herstellerangabe positionieren, meist in der Nähe des Scharniers. Mit Bohrlehre senkrecht und auf Tiefe bohren.
- Vor dem Kauf prüfen, ob der Aufsteckdämpfer zum vorhandenen Scharnier passt.
- Bei schweren oder großen Türen einen zweiten Dämpfer einplanen.
- Dämpfer und Push-to-Open arbeiten gegeneinander – kombinieren nur mit Systemen, die dafür ausgelegt sind.
Technische Daten
| Wirkprinzip | Kolben in einem ölgefüllten Zylinder |
|---|---|
| Bauformen | im Scharnier eingebaut, auf den Scharnierarm gesteckt, in den Korpus gebohrt oder aufgeschraubt |
| Einbohrdämpfer | meist Bohrung Ø 10 mm, etwa 50 mm tief |
| Einstellbarkeit | je nach Modell fest, abschaltbar oder in der Stärke einstellbar |
| Nachrüstbar | ja, mit passendem Dämpfer zum Scharnier oder als Einbohrdämpfer |
Fazit
Der Türdämpfer ist ein kleines Bauteil mit großer Wirkung auf den Eindruck eines Möbels. Bei neuen Topfscharnieren und Auszügen ist die Dämpfung meist schon eingebaut; nachrüsten lohnt sich vor allem bei älteren Möbeln.
