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Lagerverwaltung und Materialfluss in der Schreinerei

Platten, die keiner findet, Beschläge, die genau dann fehlen, wenn der Korpus auf der Bank steht, und Restplatten, die jahrelang im Weg stehen: In kaum einer Schreinerei ist das Lager wirklich im Griff. Dabei reichen wenige klare Regeln – und ein Materialfluss, der jeden Tag Wege spart.

Woran man ein Lager erkennt, das nicht funktioniert

Die Anzeichen sind in fast jeder Werkstatt dieselben – und jedes kostet Zeit oder Geld:

  • Material wird gesucht, oft von mehreren Leuten gleichzeitig
  • Eilbestellungen und Kurierfahrten, weil etwas plötzlich fehlt
  • Dasselbe wird doppelt bestellt, weil niemand den Bestand kennt
  • Platten und Beschläge für einen Auftrag werden für einen anderen „ausgeliehen“
  • Der Restplattenberg wächst, trotzdem wird die neue Platte angeschnitten
  • Ladenhüter belegen die besten Plätze

Dazu kommen die Kosten des Lagers selbst: Die Betriebswirtschaft rechnet mit rund 18 bis 25 Prozent des Lagerwerts pro Jahr für Kapitalbindung, Fläche, Schwund und Verwaltung. Ein aufgeräumtes, schlankes Lager spart also doppelt – Zeit in der Werkstatt und Geld im Regal.

In sieben Schritten zum Lager, das funktioniert

Ordnung im Lager ist kein Aufräumtag, sondern ein System. Diese Schritte bauen aufeinander auf:

  1. 1Ausmisten und zählenFreie Regale und eine Liste aller Artikel
  2. 2Sortiment festlegenWas am Lager liegt – und was nicht
  3. 3Jedem Teil seinen PlatzFeste, beschriftete Lagerplätze
  4. 4Nachschub regelnMeldebestände und Zwei-Behälter-System
  5. 5Entnahme und AuftragsbezugMaterial je Auftrag, Entnahmen erfasst
  6. 6Restplatten im GriffBeschriftete Reste, die genutzt werden
  7. 7Regelmäßig prüfenKennzahlen, Rundgang und Inventur

1. Ausmisten und Bestand aufnehmen

Am Anfang steht ein gemeinsamer Aufräumtag mit dem ganzen Team. Alles kommt auf den Prüfstand – erst danach lohnt es sich, Plätze zu vergeben.

  • Aussortieren: Was zwölf Monate nicht gebraucht wurde, wird für einen Auftrag verplant, verkauft oder entsorgt.
  • Zählen: Den verbleibenden Bestand aufnehmen – je Artikel Menge und Lagerort.
  • Artikelliste anlegen: Bezeichnung, Lieferant, Bestellnummer, Einheit, Bestand, Lagerplatz und später der Meldebestand. Für den Start reicht eine Tabelle.

Praxistipp

Vorher und nachher fotografieren. Die Fotos motivieren – und zeigen beim nächsten Rundgang auf einen Blick, ob die Ordnung hält.

2. Sortiment festlegen: Was immer da sein sollte – und was nicht

Nicht alles gehört ins Lager. Die Faustregel: Was oft, gleichmäßig und günstig gebraucht wird, liegt am Lager. Was teuer, selten oder kundenspezifisch ist, wird für den Auftrag bestellt.

Immer am Lager

Was fast jeder Auftrag braucht und schnell fehlt

Beispiele
Schrauben, Dübel, Verbinder, Leim, Schleifmittel, Standardkanten, Standardbeschläge wie Topfscharniere und Bodenträger, Montagematerial, die zwei, drei Plattendekore der meisten Aufträge

Für den Auftrag bestellen

Was teuer ist, selten gebraucht wird oder der Kunde aussucht

Beispiele
Sonderdekore, Furnierplatten, besondere Holzarten, Glas, Stein, Griffe nach Kundenwunsch, Spezialbeschläge

Nicht ins Lager

Was Platz und Geld bindet, ohne gebraucht zu werden

Beispiele
Restposten „für irgendwann“, Fehlbestellungen, Material ohne Kennzeichnung, Leime und Lacke nach Ablauf der Lagerzeit

Genauer: die ABC/XYZ-Analyse

Die ABC-Analyse sortiert Artikel nach ihrem Anteil am Einkaufswert eines Jahres: Häufig machen wenige A-Artikel den Großteil des Werts aus, viele C-Artikel dagegen kaum etwas. Die XYZ-Analyse ergänzt, wie regelmäßig ein Artikel gebraucht wird – gleichmäßig (X), schwankend (Y) oder nur ab und zu (Z). Zusammen ergibt sich für jeden Artikel eine passende Strategie:

ABC/XYZ-Matrix: Lagerstrategie nach Wert (A, B, C) und Regelmäßigkeit des Verbrauchs (X, Y, Z)
Xgleichmäßiger VerbrauchYschwankender VerbrauchZunregelmäßig oder selten
Ahoher WertMeldebestandKnapper Meldebestand, kleine Mengen oft bestellenz. B. Standarddekore, die fast jeder Auftrag brauchtMeldebestandMeldebestand mit Sicherheitspuffer, Bestand eng verfolgenz. B. Auszugssysteme, Scharniere in großen MengenAuftragsbezogenNur für den Auftrag bestellenz. B. Sonderdekore, Furnierplatten, Glas, Stein
Bmittlerer WertMeldebestandMeldebestand oder Zwei-Behälter-Systemz. B. Kanten in Standarddekoren, WeißleimMeldebestandMeldebestand, Bestand monatlich prüfenz. B. Standardgriffe, LackeAuftragsbezogenAuftragsbezogen oder sehr kleiner Vorratz. B. Spezialbeschläge, besondere Holzarten
Cgeringer WertVorratGroßzügiger Vorrat, Zwei-Behälter-Systemz. B. Schrauben, Dübel, SchleifmittelVorratVorrat, gern mit Regalservice des Händlersz. B. Montagematerial, Silikon, KeileVorratKlein halten oder aus dem Sortiment nehmenz. B. Exoten im Kleinteilelager
Die Beispiele sind typisch, aber nicht allgemeingültig – was in welches Feld gehört, zeigen die eigenen Verbrauchszahlen.

3. Jedem Teil seinen Platz

Feste, beschriftete Lagerplätze sind das Herzstück: Jeder findet jedes Teil, und eine Lücke im Regal fällt sofort auf.

  • Lager am Verbrauchsort: Material liegt dort, wo es verarbeitet wird – nicht dort, wo zufällig Platz war.
  • Lagerplatznummern: Regal und Fach als kurzer Code, zum Beispiel „R3-F2“. Er steht am Regal und in der Artikelliste.
  • Beschriftung: Artikel, Bestellnummer und Meldebestand am Fach, bei Kleinteilen gern mit Foto.
  • Griffhöhe nach Häufigkeit: Häufiges in Griffhöhe, Schweres unten, Seltenes oben.

Wo welches Material hingehört

Material

Plattenware

Wo
Zwischen Wareneingang und Zuschnitt
Worauf achten
Liegend auf ebener Unterlage oder auf Unterleghölzern, die im Stapel genau übereinanderliegen. Frostfrei und trocken, Hersteller empfehlen rund 20 °C. Oben und unten eine Deckplatte, sortiert nach Material und Dicke.

Material

Restplatten

Wo
Direkt an der Säge
Worauf achten
Senkrecht im Regal, jeder Rest mit Material, Dicke und Maß beschriftet.

Material

Massivholz

Wo
Holzlager, vor der Verarbeitung in der Werkstatt
Worauf achten
Mit Stapellatten luftig gestapelt. Vor der Verarbeitung an das Werkstattklima gewöhnen, für den Innenausbau rund 8 bis 10 % Holzfeuchte.

Material

Kantenmaterial

Wo
Regal direkt an der Kantenanleimmaschine
Worauf achten
Trocken, staubfrei und ohne Sonne bei Raumtemperatur. Ältere Rollen zuerst verbrauchen.

Material

Beschläge und Kleinteile

Wo
Kleinteilelager am Bankraum
Worauf achten
Beschriftete Sichtkästen, Zwei-Behälter-System, für jeden Auftrag kommissionieren.

Material

Leime

Wo
Frostfreier Raum nah an der Verarbeitung
Worauf achten
Weißleim frostfrei und nicht über 25 °C lagern, ungeöffnet meist rund zwölf Monate haltbar. Angebrochene Gebinde mit Datum beschriften.

Material

Lacke, Verdünnungen, Reiniger

Wo
Sicherheitsschrank oder eigener Lagerraum an der Oberfläche
Worauf achten
Am Arbeitsplatz nur der Tagesbedarf, alles darüber im Sicherheitsschrank oder Lagerraum (TRGS 510). Sicherheitsdatenblätter griffbereit.

Material

Glas

Wo
Glasbock nahe Bankraum oder Montage
Worauf achten
Senkrecht und leicht geneigt mit Zwischenlagen, nie flach stapeln.

Material

Montagematerial

Wo
Montagewagen oder feste Montagekisten
Worauf achten
Eine Standardausstattung je Fahrzeug, nach jeder Montage wieder auffüllen.

Wie viel Kantenband noch auf einer angebrochenen Rolle ist, schätzt der Restlängenrechner, was eine Platte wiegt, der Plattengewichtsrechner – hilfreich für Regale und Transportmittel.

4. Nachschub regeln: Meldebestand und Zwei-Behälter-System

Bestellt wird nicht, wenn das Fach leer ist, sondern wenn nur noch so viel da ist, wie bis zur nächsten Lieferung gebraucht wird – plus einem Puffer. Diese Menge heißt Meldebestand:

Meldebestand = Verbrauch je Tag × Lieferzeit + Sicherheitsbestand

Meldebestand
40 Stück

Bestellen, sobald nur noch 40 Stück am Lager sind.

Verbrauch je Arbeitstag
8,0 Stück
Sicherheitsbestand
16 Stück
Höchstbestand
116 Stück
Eine Bestellung reicht
12,5 Arbeitstage

Zwei-Behälter-System: Jeder Behälter fasst mindestens 40 Stück. Ist der erste leer, wird bestellt – der zweite reicht bis zur Lieferung.

Bestandsverlauf über drei Bestellungen

Seitlich wischen, um den ganzen Verlauf zu sehen.

05101520253035Arbeitstage0Höchstbestand 116Meldebestand 40Sicherheitsbestand 16Lieferzeit

Bestellung wird ausgelöst

Noch einfacher ist das Zwei-Behälter-System (Kanban): Jeder Artikel liegt in zwei Kästen, jeder fasst mindestens den Meldebestand. Ist der erste leer, kommt die Bestellkarte in den Bestellkasten und der zweite Kasten wird angebrochen. Niemand muss zählen, und der Bestand ist auf einen Blick sichtbar.

Für Schrauben, Dübel und andere C-Teile bieten viele Großhändler einen Regalservice an: Der Händler prüft die Kästen regelmäßig und füllt sie auf. Für alles andere hilft ein fester Bestelltag pro Woche, an dem die gesammelten Bestellkarten abgearbeitet werden.

Den Rechner gibt es auch als eigene Seite: Meldebestand-Rechner. Für die Umsetzung im Lager gibt es die Lagerliste mit Meldebestand – sie rechnet in Excel für jeden Artikel und zeigt „Bestellen!“ – und Kanban-Bestellkarten zum Ausdrucken.

5. Entnahme und Auftragsbezug regeln

Ein Lager stimmt nur, wenn klar ist, was hinausgeht – und für welchen Auftrag.

  • Auftragsware kennzeichnen: Was für einen bestimmten Auftrag bestellt wurde, bekommt beim Wareneingang die Kommissionsnummer und einen eigenen Platz – es wird nicht „ausgeliehen“.
  • Beschläge kommissionieren: Nach der Beschlagsliste kommen alle Teile eines Auftrags in eine Kiste mit Kommissionsnummer, bevor der Zusammenbau beginnt.
  • Entnahmen erfassen: Per Strichliste am Regal, Entnahmeschein oder per Scan mit dem Smartphone – Hauptsache, einfach genug, dass es jeder macht.
  • Eine Person verantwortlich: Sie bestellt, prüft Lieferungen und hält die Artikelliste aktuell. Alle anderen melden Fehlmengen sofort.

Wie das Material eines Auftrags aus Stückliste und Beschlagliste bestellt wird, beschreibt die Arbeitsvorbereitung.

6. Restplatten in den Griff bekommen

Restplatten sind bares Geld – aber nur, wenn sie gefunden und genutzt werden. Sonst sind sie Ballast, der Platz kostet.

  • Mindestmaß festlegen: Was kleiner ist, zum Beispiel unter 30 × 60 cm, kommt in den Restholzbehälter.
  • Sofort beschriften: Material, Dekor, Dicke und Maß direkt nach dem Zuschnitt auf den Rest schreiben.
  • Regal an der Säge: Senkrecht und nach Material sortiert, sodass jede Platte ohne Umstapeln erreichbar ist.
  • Reste zuerst verplanen: Kleine Teile aus Resten schneiden. Viele Zuschnittprogramme verwalten Reste als Bestand und beziehen sie in die Optimierung ein.
  • Regelmäßig ausmisten: Was nach einigen Monaten keinen Auftrag gefunden hat, wird für Muster, Vorrichtungen oder Kleinteile genutzt oder entsorgt.

7. Regelmäßig prüfen

Damit die Ordnung bleibt, braucht das Lager einen festen Rhythmus: ein kurzer Rundgang im Monat, ein paar Kennzahlen und einmal im Jahr eine Zählung.

Kennzahl

Lagerwert

So wird sie ermittelt
Bestand × Einkaufspreis, aus der Artikelliste
Was sie zeigt
Wie viel Geld im Lager steckt – und was es jährlich kostet

Kennzahl

Umschlagshäufigkeit

So wird sie ermittelt
Jahresverbrauch geteilt durch den durchschnittlichen Bestand
Was sie zeigt
Wie oft sich der Bestand im Jahr erneuert. Niedrige Werte zeigen Ladenhüter

Kennzahl

Fehlmengen

So wird sie ermittelt
Anzahl der Eilbestellungen und Fehlteile im Monat
Was sie zeigt
Ob Meldebestände und Nachschub funktionieren

Kennzahl

Ladenhüter

So wird sie ermittelt
Artikel ohne Entnahme seit zwölf Monaten
Was sie zeigt
Was aus dem Sortiment kann

Kennzahl

Suchzeiten

So wird sie ermittelt
Strichliste: Wie oft wurde etwas gesucht?
Was sie zeigt
Ob Lagerplätze und Beschriftung funktionieren

Praxistipp

Der Monatsrundgang dauert eine Viertelstunde: Stimmen Plätze und Beschriftung? Gibt es Lücken oder Überbestände? Wurde etwas eilbestellt? Was dabei auffällt, kommt auf die Liste für den nächsten Bestelltag.

Materialfluss: der kürzeste Weg durch die Werkstatt

Ein guter Materialfluss folgt einer einfachen Idee: Das Material bewegt sich in der Reihenfolge der Bearbeitung durch die Werkstatt – ohne Umwege, Kreuzungen und Rückwege. Der Plan zeigt dieselbe Beispielwerkstatt zweimal: so, wie sie über die Jahre gewachsen ist, und nach dem Materialfluss geordnet. Ein Klick auf einen Bereich zeigt, was dort hingehört.

Weg gewachsen
rund 127 m
Weg geordnet
rund 60 m

Seitlich wischen, um den ganzen Plan zu sehen.

Halle 36 × 18 mPuffer: markiertePlätze für Rollwagen1WareneingangTor2Plattenlager3ZuschnittPlattenaufteilsägeRRestplatten4KanteKantenanleimmaschine5CNC6BankraumZusammenbauBBeschlaglager7OberflächeLackierraum8EndkontrolleVerpacken9VerladenTor
  • Weg eines Auftrags
  • Restplatten und Beschläge
  • Tor

Plattenlager

Der richtige Platz
Zwischen Wareneingang und Säge: Jede Platte wird einmal eingelagert und einmal zur Säge gebracht.
Worauf achten
Liegend auf ebener Unterlage, frostfrei und trocken, nach Material und Dicke sortiert. Plattenwagen oder Vakuumheber statt Tragen.
Beispielwerkstatt mit 36 × 18 m. Die Weglänge ist die Luftlinie zwischen den Stationen – in der Halle mit Gängen und Wenden ist der Weg länger, das Verhältnis bleibt.

Die Regeln für einen guten Materialfluss

  • Stationen in der Reihenfolge der Bearbeitung, als Linie oder als U
  • Keine Rückwege und möglichst keine Kreuzungen
  • Lager am Verbrauchsort: Platten vor der Säge, Kanten an der Kante, Beschläge am Bankraum
  • Getrennte Tore für Wareneingang und Verladen
  • Puffer für Rollwagen markieren und begrenzen – sie zeigen, wo sich Arbeit staut
  • Teile auf Rollwagen weitergeben statt tragen und umstapeln
  • Die Oberfläche als eigener, staubarmer Raum am Ende des Wegs

In fünf Schritten zum neuen Layout

  1. 1

    Ist-Zustand aufnehmen

    Einen Grundriss der Werkstatt zeichnen und die Wege eines typischen Auftrags als Linie eintragen – das Spaghetti-Diagramm zeigt Umwege, Kreuzungen und Rückwege.

  2. 2

    Flussrichtung festlegen

    Eine Linie oder ein U vom Wareneingang zum Verladen, ohne Rückwege. Welche Form passt, entscheiden Hallenform und Tore.

  3. 3

    Stationen in Reihenfolge anordnen

    Maschinen in der Reihenfolge der Bearbeitung, mit ihren Bedien- und Abstellflächen. Die Plattenaufteilsäge braucht vor und hinter dem Sägeblatt Platz für die volle Plattenlänge.

  4. 4

    Lager an den Verbrauchsort

    Platten vor die Säge, Restplatten neben die Säge, Kanten an die Kante, Beschläge an den Bankraum. Puffer für Rollwagen auf dem Boden markieren und begrenzen.

  5. 5

    Probeweise markieren, dann umbauen

    Das neue Layout mit Klebeband auf dem Boden markieren und eine Woche mit Wagen und Platten durchspielen. Bei größeren Umbauten Absaugung, Strom, Fluchtwege und Brandschutz früh einplanen.

Praxistipp

Nicht alles auf einmal umbauen. Oft bringt schon das Verlegen von Restplatten- und Beschlaglager an ihren Verbrauchsort den größten Teil – ohne dass eine Maschine bewegt werden muss. Wie sich Wege und Wartezeiten messen lassen, zeigt der Artikel Fertigungsprozesse optimieren.

Programme für Lager und Bestellung

Für den Anfang reicht eine gut gepflegte Tabelle mit Artikeln, Lagerplätzen und Meldebeständen. Software lohnt sich, wenn mehrere Leute bestellen oder Material direkt aus der Planung kommt:

  • Lagermodul der Branchensoftware: Bestellvorschläge aus Stücklisten, Bestand und Wareneingang im selben Programm wie Angebot und Rechnung.
  • Scannen mit dem Smartphone: Barcode oder QR-Code am Fach, Entnahme per Scan – so stimmt der Bestand ohne Zettel.
  • Zuschnittoptimierung mit Restverwaltung: Reste werden als Bestand geführt und in neue Schnittpläne einbezogen.
  • Bestellportale der Händler: Wiederkehrende Bestellungen als Liste, Lieferstatus und Rechnungen an einem Ort.

Die häufigsten Stolpersteine

Die meisten Lager scheitern nicht am Platz, sondern an Gewohnheiten:

StolpersteinAbhilfe
„Das kann man bestimmt noch mal brauchen“Klare Regel: Was zwölf Monate nicht gebraucht wurde, wird verplant, verkauft oder entsorgt.
Material für einen Auftrag wird „ausgeliehen“Auftragsware beim Wareneingang mit Kommission kennzeichnen und getrennt lagern.
Niemand ist zuständigEine Person verantwortet Lager und Bestellungen, alle anderen melden Entnahmen und Fehlmengen.
Ordnung nur nach dem AufräumtagFeste Plätze mit Beschriftung und ein kurzer Rundgang jeden Monat halten die Ordnung.
Bestellt wird, wenn es leer istMeldebestand oder Zwei-Behälter-System: Bestellt wird, solange noch genug für die Lieferzeit da ist.
Restplatten ohne Maß und OrdnungMindestmaß, Beschriftung und Regal an der Säge – sonst wird doch die neue Platte angeschnitten.
Download-Bereich

Vorlagen für Lager und Bestellung

Die Lagerliste mit Meldebestand rechnet in Excel für jeden Artikel und zeigt „Bestellen!“, sobald nachbestellt werden muss. Dazu Kanban-Bestellkarten für das Zwei-Behälter-System und die Materialbestellliste für auftragsbezogene Bestellungen.

Zu den Vorlagen
Vorschau der Vorlage „Kanban-Bestellkarten“Vorschau der Vorlage „Lagerliste mit Meldebestand“Vorschau der Vorlage „Materialbestellliste“

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Mindestbestand und Meldebestand?

Der Mindest- oder Sicherheitsbestand ist die Reserve, die nicht unterschritten werden soll, damit trotz Lieferverzug weitergearbeitet werden kann. Der Meldebestand liegt darüber: Er ist der Sicherheitsbestand plus der Verbrauch während der Lieferzeit. Wird er erreicht, wird bestellt.

Wie viel Lager ist zu viel?

Lagerhaltung kostet: Die Betriebswirtschaft rechnet mit rund 18 bis 25 Prozent des Lagerwerts pro Jahr für Kapitalbindung, Fläche, Schwund und Verwaltung. Bei 40.000 Euro Lagerwert sind das 7.200 bis 10.000 Euro im Jahr. Was der Plattenhändler in ein, zwei Tagen liefert, muss deshalb nicht in großen Mengen im eigenen Regal liegen.

Lohnt sich eine ABC-Analyse auch für einen kleinen Betrieb?

Ja, auch in grober Form. Schon die Einteilung in „wenige teure Artikel genau im Blick“ und „viele günstige Kleinteile großzügig bevorraten“ verhindert, dass Geld in teurer Ware steckt, während die Schrauben ausgehen. Die Einkaufsrechnungen des letzten Jahres reichen als Datengrundlage.

Feste oder freie Lagerplätze?

In der Werkstatt fast immer feste Plätze: Jeder findet jedes Teil, und eine Lücke fällt sofort auf. Freie, sogenannte chaotische Lagerplätze nutzen die Fläche besser, funktionieren aber nur mit Software, die jeden Platz verwaltet – das lohnt sich eher für große Lager.

Muss ich eine Inventur machen?

Wer bilanziert, muss zum Bilanzstichtag die Vorräte erfassen (§ 240 HGB). Betriebe mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung sind dazu nicht verpflichtet. Einmal im Jahr zu zählen, lohnt sich trotzdem: Erst dann stimmen Lagerwert, Meldebestände und Artikelliste wieder.

Wie wirkt sich der Materialfluss auf die Fertigungszeit aus?

Jeder unnötige Weg kostet Zeit, ohne dass das Möbel besser wird – etwa wenn Platten quer durch die Halle zur Säge und danach wieder zurück zur Kante gefahren werden. Stehen Lager und Maschinen in der Reihenfolge der Bearbeitung, werden die Wege kürzer und die Werkstatt übersichtlicher.

Weiterführend

Welche Platten sich wofür eignen, zeigt die Übersicht der Plattenwerkstoffe, wie Holz auf Feuchte reagiert, der Quell- und Schwundrechner. Wie Material und Lager in die Preise einfließen, erklärt die Auftragskalkulation, wie Aufträge durch die Werkstatt gesteuert werden, die Projektplanung.