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Projektplanung in der Schreinerei

Jede Anfrage wird zum Projekt und durchläuft dieselben Phasen – von der ersten Anfrage über Angebot, Arbeitsvorbereitung, Produktion und Montage bis zur Rechnung. Eine gut geführte Plantafel zeigt jederzeit, wo jedes Projekt steht, was als Nächstes zu tun ist und ob die Termine noch halten.

Die Plantafel: alle Projekte, alle Phasen

Früher hing sie als Pinnwand oder Magnettafel im Büro: eine Spalte je Phase, ein Kärtchen je Auftrag. Digitale Programme arbeiten nach demselben Prinzip, das dort Kanban heißt – ergänzt um Fälligkeiten, Benachrichtigungen und Anhänge. Bewährt haben sich acht Spalten:

Seitlich wischen, um alle acht Spalten zu sehen.

Anfrage3

  • Garderobe Flur

    Fam. Beispiel

    Aufmaß 07.10.MK
  • Badmöbel

    Fam. Musterfrau

    Rückruf überfälligAB
  • Empfangstheke

    Praxis Dr. Muster

    Aufmaß 13.10.MK

Angeboten3

  • Einbauküche

    Fam. Weber

    nachfassen 08.10.AB
  • Treppen­verkleidung

    Fam. Schäfer

    nachfassen 12.10.MK
  • Schiebetüren

    Fam. Koch

    gültig bis 30.10.AB

Auftrag erteilt2

  • Wohnwand

    Fam. Neumann

    AB bis 06.10.AB
  • Hotelzimmer, 12 Stück

    Hotel am Markt

    Anzahlung offenAB

In AV2

  • Einbauschrank Dachschräge

    Fam. Mustermann

    AV bis 09.10.☑ 2/4JS
  • Laden­einrichtung

    Café Lindenblatt

    Pläne bis 14.10.JS

Produktion2

  • Küche

    Fam. Vogel

    fertig bis 16.10.☑ 5/7LW
  • Garderobe

    Kita Sonnenschein

    fertig bis 21.10.LW

Montagebereit1

  • Badmöbel

    Fam. Lorenz

    Montage 20.10.AB

Nacharbeiten1

  • Wohnzimmer­schrank

    Fam. Hoffmann

    Blende bis 09.10.LW

Rechnung1

  • Haustür

    Fam. Braun

    Rechnung bis 06.10.AB

Rechnung gestellt: Karte geht ins Archiv →

Beispiel einer digitalen Plantafel – alle Projekte und Namen sind erfunden.

Jede Karte wandert von links nach rechts. „Montagebereit“ heißt: gefertigt, der Termin steht. Läuft die Montage ohne Mängel, geht die Karte direkt zur Rechnung, sonst über die Nacharbeiten. Mit der Rechnung verlässt sie die Tafel und wandert ins Archiv – auf der Tafel steht nur, was noch Arbeit macht.

Die Grundregel: Jeder Kunde wird angelegt

Die wichtigste Regel ist zugleich die einfachste: Jede Anfrage wird als Projekt angelegt – auch die Reparatur, der Kleinauftrag und die Anfrage, aus der am Ende nichts wird. Ab dann durchläuft sie dieselbe feste Folge von Phasen. Das zahlt sich mehrfach aus:

  • Nichts geht verloren: Rückrufe, Angebote und Nachfassen stehen mit Termin auf der Tafel – nicht auf Zetteln oder im Kopf.
  • Alle sehen denselben Stand: Büro, Werkstatt und Montage wissen, was als Nächstes kommt.
  • Kunden bekommen sofort Auskunft, wenn sie anrufen – auch wenn die zuständige Person gerade nicht da ist.
  • Engpässe fallen früh auf, etwa wenn sich Projekte in der AV stauen, bevor sie Termine kosten.
  • Kennzahlen werden messbar: Auftragsquote, Durchlaufzeit und Termintreue lassen sich erst ermitteln, wenn alle Projekte auf der Tafel stehen.

Praxistipp

Kleinaufträge und Reparaturen laufen über dieselbe Tafel, nur mit kürzerer Checkliste. Ihre Karte wandert oft in wenigen Tagen von links nach rechts – und die Rechnung wird nicht vergessen.

Die acht Phasen: was passiert und wann es weitergeht

Damit Karten nicht nach Gefühl verschoben werden, braucht jede Spalte drei Festlegungen: was in der Phase passiert, wann die Karte weiterwandert und bis wann das erledigt sein muss. Die Fristen sind Beispiele – entscheidend ist, dass sie für alle gelten und das Programm daran erinnert.

  1. 1Anfrage

    Was passiert
    Kunde mit Kontaktdaten, Wunsch und Herkunft der Anfrage anlegen, zurückrufen, beraten und den Aufmaßtermin vereinbaren.
    Weiter, wenn
    Das Angebot ist verschickt.
    Frist und Erinnerung
    Rückmeldung innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen, das Angebot zum Beispiel spätestens zehn Arbeitstage nach dem Aufmaß.
  2. 2Angeboten

    Was passiert
    Das Angebot liegt beim Kunden: Rückfragen klären, Varianten nachreichen, nachfassen.
    Weiter, wenn
    Der Kunde erteilt den Auftrag. Bei einer Absage wird der Grund notiert und die Karte archiviert.
    Frist und Erinnerung
    Nachfassen nach etwa einer Woche, Erinnerung vor Ablauf der Bindefrist des Angebots.
  3. 3Auftrag erteilt

    Was passiert
    Auftragsbestätigung schicken, vereinbarte Anzahlung anfordern, Montagezeitraum grob festlegen und die Unterlagen für die AV vervollständigen.
    Weiter, wenn
    Auftragsbestätigung verschickt, Anzahlung eingegangen, Aufmaß und Angebot liegen vollständig vor.
    Frist und Erinnerung
    Auftragsbestätigung innerhalb von zwei bis drei Arbeitstagen, Übergabe an die AV mit festem Starttermin.
  4. 4In AV

    Was passiert
    Pläne zur Freigabe, Stücklisten, Fertigungsdaten und Materialbestellung – alles, was die Werkstatt zum Start braucht.
    Weiter, wenn
    Pläne freigegeben, Material mit bestätigtem Liefertermin bestellt, Fertigung in der Wochenplanung eingeplant.
    Frist und Erinnerung
    Spätester Abschluss rückwärts vom Montagetermin gerechnet.
  5. 5Produktion

    Was passiert
    Zuschnitt, Kante, CNC, Zusammenbau, Oberfläche und Endkontrolle. Rückfragen aus der Werkstatt laufen über die Karte.
    Weiter, wenn
    Alles gefertigt, Endkontrolle bestanden, verpackt und bereit zum Verladen.
    Frist und Erinnerung
    Fertigstellung mit einigen Tagen Puffer vor dem Montagetermin.
  6. 6Montagebereit

    Was passiert
    Montagetermin bestätigen, Team, Fahrzeug und Werkzeug einteilen, Ladeliste und Montageunterlagen bereitlegen. Nach der Montage folgt die Abnahme mit Protokoll.
    Weiter, wenn
    Die Abnahme ist erfolgt. Ohne offene Punkte geht es direkt zur Rechnung, sonst in die Nacharbeiten.
    Frist und Erinnerung
    Termin spätestens eine Woche vorher mit dem Kunden bestätigen, Erinnerung am Vortag.
  7. 7Nacharbeiten

    Was passiert
    Restarbeiten und Mängel aus dem Abnahmeprotokoll abarbeiten, fehlende Teile nachfertigen oder nachbestellen.
    Weiter, wenn
    Alle Punkte erledigt und vom Kunden bestätigt.
    Frist und Erinnerung
    Erledigungstermin je Punkt mit dem Kunden vereinbaren, damit die Rechnung nicht liegen bleibt.
  8. 8Rechnung

    Was passiert
    Schlussrechnung schreiben und Anzahlungen verrechnen, Stunden und Material nachkalkulieren.
    Weiter, wenn
    Mit der Rechnung verlässt die Karte die Tafel und wandert ins Archiv. Zahlungseingang und Mahnwesen laufen in der Buchhaltung weiter.
    Frist und Erinnerung
    Rechnung wenige Tage nach der Abnahme, zum Beispiel innerhalb von drei Arbeitstagen.

Was in den Phasen davor und danach im Einzelnen zu tun ist, beschreiben die Artikel Aufmaß und Angebotserstellung und Arbeitsvorbereitung.

Was auf jede Projektkarte gehört

Die Karte ist die Akte des Projekts: Wer sie öffnet, soll ohne Rückfrage wissen, worum es geht, wer zuständig ist und was als Nächstes fällig ist.

  • Kunde mit Ansprechpartner, Telefon und Adresse
  • Kommissions- oder Projektnummer – dieselbe wie auf Angebot, Plänen und Bauteiletiketten
  • Genau eine verantwortliche Person
  • Fälligkeit der aktuellen Phase und der vereinbarte Montagetermin
  • Kalkulierte Stunden für Werkstatt und Montage, als Grundlage für die Kapazitätsplanung
  • Checkliste der aktuellen Phase
  • Anhänge: Aufmaß, Angebot, Auftragsbestätigung, Pläne mit Index und Fotos
  • Verlauf und Notizen statt Absprachen auf Zuruf
In AVKom. 26-151

Einbauschrank Dachschräge

Fam. Mustermann · Musterweg 5, Musterstadt

Verantwortlich
JSJ. Sommer
Fällig
AV abgeschlossen bis 09.10.
Montage
KW 46, mit dem Kunden vereinbart
Kalkuliert
38 h Werkstatt, 9 h Montage

Checkliste „In AV“2/4

  • Pläne vom Kunden freigegeben (erledigt)
  • Stückliste geprüft (erledigt)
  • Material und Beschläge bestellt (offen)
  • Fertigung eingeplant (offen)

Anhänge

Aufmaß.pdfAngebot.pdfPläne Index B.pdfFotos (6)

Verlauf: 29.09. Auftrag erteilt · 30.09. in AV · 01.10. Pläne freigegeben

Geöffnete Projektkarte mit fiktiven Daten

Termine: rückwärts vom Montagetermin planen

Steht der Montagetermin fest, etwa weil der Kunde einzieht, wird rückwärts gerechnet: Für jede Phase ergibt sich ein spätester Termin. Diese Zwischentermine kommen als Fälligkeit auf die Karte – so fällt eine Verzögerung in der AV auf, solange sich die Montage noch halten lässt. Beispiel für den Einbauschrank von der Projektkarte:

Meilenstein

Montage beim Kunden

Spätestens
KW 46
Warum
Mit dem Kunden vereinbarter Termin

Meilenstein

Fertigung fertig, Endkontrolle

Spätestens
Ende KW 45
Warum
Einige Tage Puffer bis zur Montage

Meilenstein

Fertigungsstart

Spätestens
KW 44
Warum
38 Werkstattstunden laut Kalkulation, verteilt auf zwei Wochen

Meilenstein

Material im Haus

Spätestens
Ende KW 43
Warum
Wareneingang vor dem Fertigungsstart prüfen

Meilenstein

Material bestellt

Spätestens
KW 41
Warum
Lieferzeit für Platten, Kanten und Beschläge etwa zwei Wochen

Meilenstein

Pläne freigegeben, AV abgeschlossen

Spätestens
KW 41
Warum
Bestellt wird erst nach der Freigabe

Meilenstein

Auftrag erteilt

Spätestens
KW 40
Warum
Sechs Wochen bis zur Montage

Teile mit langer Lieferzeit wie Glas, Stein, Sonderbeschläge oder Sonderdekore haben eigene Fristen: Die Lieferzeit wird direkt nach dem Auftrag angefragt und die Bestellung so früh wie möglich eingeplant. Gibt es keinen festen Wunschtermin, wird vorwärts geplant – ab dem frühesten Start der AV.

Hängen viele Arbeitsschritte voneinander ab, etwa bei Objekten mit mehreren Gewerken, zeigt eine Zeitleiste (Gantt-Diagramm) die Abhängigkeiten besser als die Tafel. Für die meisten Aufträge einer Schreinerei reichen Phasen mit Fälligkeiten.

Praxistipp

Jede Karte trägt die Frist ihrer aktuellen Phase, nicht nur den Endtermin. „Montage KW 46“ allein warnt erst, wenn es zu spät ist – „AV abgeschlossen bis 09.10.“ meldet sich rechtzeitig.

Kapazität: Passt der Auftrag noch in die Woche?

Die Tafel zeigt, wo ein Projekt steht – aber nicht, ob die Werkstatt es schafft. Dafür werden die kalkulierten Stunden der Aufträge den verfügbaren Stunden je Woche gegenübergestellt. Beispiel für eine Werkstattwoche:

Werkstattwoche KW 44 (Beispiel)

4 Mitarbeitende × 40 Stunden
160 h
Urlaub und Berufsschule
− 48 h
Nebenzeiten wie Aufräumen, Wartung und Rüsten, etwa 15 %
− 17 h
Verplanbare Fertigungsstunden
95 h
Bereits verplant für laufende Aufträge
− 82 h
Frei für neue Aufträge
13 h

Der Einbauschrank braucht in KW 44 rund 19 Stunden – sechs mehr, als frei sind. Also früher beginnen, einen anderen Auftrag verschieben oder Überstunden einplanen. Entscheidend ist, dass das bei der Terminzusage auffällt und nicht erst in KW 44.

Für die Montage gilt dasselbe: Teams, Fahrzeuge und Tage sind begrenzt, Urlaub und Berufsschule stehen lange vorher fest. Viele Betriebe führen dafür einen eigenen Montagekalender neben der Tafel.

Obergrenzen je Spalte

Je mehr Projekte gleichzeitig in Arbeit sind, desto länger dauert jedes einzelne. Kanban arbeitet deshalb mit Obergrenzen, zum Beispiel höchstens drei Projekte gleichzeitig in der AV. Ist eine Spalte voll, wird erst ein Projekt abgeschlossen, bevor das nächste beginnt.

Pinnwand, Kanban-App oder Branchensoftware?

Welche Form der Plantafel passt, hängt vor allem davon ab, wie viele Projekte parallel laufen und wo Angebote und Rechnungen heute entstehen:

Variante

Liste in Excel oder auf Papier

Stärken
Kostenlos und sofort startklar, eine Vorlage genügt
Grenzen
Keine Erinnerungen, bei vielen Aufträgen schnell unübersichtlich, meist pflegt sie nur eine Person

Variante

Pinnwand oder Magnettafel

Stärken
Für alle sichtbar, ohne Anmeldung sofort verständlich
Grenzen
Nur vor Ort einsehbar, keine Erinnerungen, keine Anhänge und kein Verlauf

Variante

Kanban-App wie MeisterTask, Planner, Trello oder Asana

Stärken
Mobil, Fälligkeiten mit Benachrichtigung, Checklisten und Anhänge je Karte, schnell eingerichtet
Grenzen
Kundendaten, Angebote und Rechnungen liegen in anderen Programmen – der Status wird von Hand gepflegt

Variante

CRM- oder Branchensoftware mit Projektpipeline

Stärken
Angebot, Auftrag und Rechnung im selben Programm, Erinnerungen und Aufgaben je Phase, keine doppelte Pflege
Grenzen
Höhere laufende Kosten und Einarbeitung, die Tafel folgt der Logik der Software

CRM- und Branchenprogramme wie HERO bilden die Phasen als Projektpipeline ab: Für jede Phase lassen sich Erinnerungen hinterlegen, und beim Statuswechsel bekommen die Zuständigen ihre Aufgaben automatisch. Weil Angebot, Auftrag und Rechnung im selben Programm entstehen, entfällt die doppelte Pflege. Andere Anbieter wie Plancraft verbinden Kalkulation und Rechnung mit einer Plantafel.

Kanban-Programme im Überblick

Diese vier Programme sind in Handwerksbetrieben verbreitet. Was hier Spalte heißt, nennt MeisterTask Abschnitt, Planner Bucket und Trello Liste.

MTMeisterTask

MeisterTask vom deutschen Anbieter Meister ist eine Kanban-Tafel mit frei benennbaren Spalten, die hier Abschnitte heißen. Die Daten liegen auf Servern in Deutschland. Mit Abschnittsaktionen lassen sich Spalten automatisieren: Wandert eine Karte hinein, kann MeisterTask sie zum Beispiel einer Person zuweisen, Tags ändern oder die Zeiterfassung starten. Die kostenlose Basic-Version ist auf drei Projekte begrenzt, Automationen gibt es ab der Pro-Version.

Besonders geeignet für: Betriebe, die eine schlanke, übersichtliche Tafel suchen und Wert auf Datenhaltung in Deutschland legen.

Vorteile

  • Sehr übersichtlich und schnell erlernt
  • Server in Deutschland, Vertrag zur Auftragsverarbeitung verfügbar
  • Automationen je Spalte, etwa Zuweisung beim Spaltenwechsel

Nachteile

  • Kostenlose Version auf drei Projekte begrenzt, Automationen erst in den Bezahlversionen
  • Ein weiteres Programm neben E-Mail, Kalender und Auftragssoftware
  • Keine Verbindung zu Angeboten und Rechnungen – der Status wird von Hand gepflegt
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MPMicrosoft Planner mit Teams

Planner ist in den Business-Abos von Microsoft 365 enthalten und lässt sich als Registerkarte direkt in einen Teams-Kanal einbinden. Die Spalten heißen hier Buckets, Karten bekommen Zuständige, Fälligkeiten, Bezeichnungen, Checklisten und Anhänge. Benachrichtigungen kommen über Teams und Outlook. Zeitachsen mit Abhängigkeiten gibt es erst mit einer Premium-Lizenz.

Besonders geeignet für: Betriebe, die ohnehin mit Microsoft 365, Outlook und Teams arbeiten.

Vorteile

  • In Microsoft 365 Business ohne Zusatzkosten enthalten
  • Tafel, Chat und Dateien gemeinsam in Teams
  • Ansichten als Tafel, Liste, Kalender und Diagramm

Nachteile

  • Keine eingebauten Regeln für den Spaltenwechsel, Automatisierung nur über Power Automate
  • Zeitachse mit Abhängigkeiten nur mit Premium-Lizenz
  • Bewusst schlichter Funktionsumfang in den Basisplänen
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TRTrello

Trello von Atlassian ist das bekannteste Kanban-Werkzeug: Listen sind die Spalten, Karten die Projekte. Mit der eingebauten Automatisierung Butler lassen sich Regeln anlegen – etwa: Wandert eine Karte in die Liste „Angeboten“, bekommt sie automatisch eine Checkliste und ein Fälligkeitsdatum. Die kostenlose Version reicht für bis zu zehn Personen pro Arbeitsbereich, mit begrenzter Zahl an Automatisierungen im Monat.

Besonders geeignet für: Kleine Teams, die schnell und kostenlos mit einer digitalen Tafel starten wollen.

Vorteile

  • Sehr schneller Einstieg, kostenlos für kleine Teams
  • Regeln für den Spaltenwechsel mit Butler, in der kostenlosen Version begrenzt
  • Kartenvorlagen und viele Erweiterungen

Nachteile

  • Anbieter außerhalb der EU: Datenstandort und Auftragsverarbeitung vorab prüfen
  • Ab der elften Person kostenpflichtig für alle
  • Zusätzliche Ansichten wie Zeitleiste und Tabelle nur in Bezahlversionen
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ASAsana

Asana richtet sich an Teams, die Projekte genauer planen wollen: Neben der Tafel gibt es Listen-, Kalender- und Zeitleistenansicht sowie Regeln, die Aufgaben automatisch verschieben, zuweisen oder Personen benachrichtigen. Zeitleiste und Regeln gehören allerdings zu den Bezahlplänen, und der kostenlose Plan ist für neue Konten inzwischen auf sehr kleine Teams beschränkt.

Besonders geeignet für: Betriebe mit vielen parallelen Projekten, die auch Abhängigkeiten und Zeitachsen planen wollen.

Vorteile

  • Tafel, Liste, Kalender und Zeitleiste für dieselben Projekte
  • Leistungsfähige Regeln für wiederkehrende Abläufe
  • Auch für viele parallele Projekte mit Abhängigkeiten geeignet

Nachteile

  • Für die reine Statusverfolgung schnell überdimensioniert
  • Wichtige Funktionen erst in den Bezahlplänen
  • Anbieter außerhalb der EU: Datenstandort und Auftragsverarbeitung vorab prüfen
Website besuchen

Unabhängige Einschätzung: Diese Übersicht ist eine unabhängige redaktionelle Recherche. Es gibt kein Sponsoring, keine Bezahlung und keine Provisionen durch die genannten Hersteller – Auswahl und Beschreibung beruhen auf frei zugänglichen Informationen der Anbieter.

So sieht das in Microsoft 365 aus

Ein Team „Aufträge“ mit einem Plan, der acht Buckets für die Phasen hat. Jede Karte ist ein Kunde, Aufmaß, Angebot und Pläne liegen im Dateibereich des Teams und werden an die Karte angehängt. Fälligkeiten erinnern per Teams und Outlook, Rückfragen laufen über den Kanal statt über private Chats.

In sechs Schritten zur eigenen Plantafel

Ob Pinnwand oder Programm – die Einführung gelingt, wenn die Regeln vor dem Werkzeug stehen:

  1. 1

    Phasen festlegen

    Die Spalten bilden Phasen ab, nicht Personen oder Abteilungen. Die acht Phasen oben sind ein bewährter Rahmen. Wichtiger als ihre Zahl ist, dass jede Spalte eine klare Übergabe hat.

  2. 2

    Regeln je Spalte aufschreiben

    Für jede Spalte steht fest, wann eine Karte weiterwandert und bis wann. Die Regeln gehören in die Spaltenbeschreibung oder als Checkliste auf die Karte – nicht in den Kopf einzelner Kollegen.

  3. 3

    Eine Musterkarte anlegen

    Eine Vorlage mit allen Feldern und den Checklisten je Phase. Jedes neue Projekt entsteht als Kopie, damit alle Karten gleich aufgebaut sind.

  4. 4

    Stichtag: alle laufenden Projekte übertragen

    Auch Reparaturen, Kleinaufträge und offene Angebote. Ab dem Stichtag gilt: Was nicht auf der Tafel steht, wird nicht bearbeitet.

  5. 5

    Zuständige und Benachrichtigungen einrichten

    Jede Karte hat genau eine verantwortliche Person. Fälligkeiten lösen Erinnerungen aus, damit niemand täglich die ganze Tafel durchsehen muss.

  6. 6

    Jede Woche gemeinsam draufschauen

    Eine kurze Runde zum Wochenstart: überfällige Karten, Montagetermine der nächsten zwei Wochen, Engpässe in AV und Werkstatt. Nach etwa vier Wochen Spalten, Regeln und Fristen nachschärfen.

Kennzahlen aus der Plantafel

Wenn jede Anfrage angelegt wird und jede Karte ihren Weg nimmt, liefert die Tafel nebenbei Zahlen, mit denen sich der Betrieb steuern lässt:

Kennzahl

Auftragsquote

So wird sie ermittelt
Erteilte Aufträge geteilt durch verschickte Angebote
Was sie zeigt
Ob die Angebote treffen – nach Kundengruppe oder Produkt getrennt noch aussagekräftiger

Kennzahl

Angebotsdauer

So wird sie ermittelt
Tage von der Anfrage bis zum verschickten Angebot
Was sie zeigt
Ob Anfragen liegen bleiben

Kennzahl

Durchlaufzeit

So wird sie ermittelt
Wochen vom Auftrag bis zur Montage
Was sie zeigt
Welche Lieferzeit sich Kunden verlässlich zusagen lässt

Kennzahl

Termintreue

So wird sie ermittelt
Anteil der Montagen, die am zugesagten Termin stattfinden
Was sie zeigt
Ob Planung und Kapazität zusammenpassen

Kennzahl

Nacharbeitsquote

So wird sie ermittelt
Anteil der Projekte, die durch die Spalte Nacharbeiten laufen
Was sie zeigt
Wo Fehler entstehen: im Aufmaß, in der AV, in der Werkstatt oder bei der Montage

Kennzahl

Rechnungsverzug

So wird sie ermittelt
Tage von der Abnahme bis zur Rechnung
Was sie zeigt
Wie lange Geld unnötig ausbleibt

Die häufigsten Stolpersteine

Eine Plantafel scheitert selten am Programm, sondern an der Pflege. Diese Fehler kommen am häufigsten vor:

StolpersteinAbhilfe
Kleinaufträge laufen nebenbeiAuch Reparaturen anlegen, mit kurzer Checkliste – sonst fehlen sie in Kapazität und Rechnung.
Die Tafel ist nicht aktuellKarten sofort verschieben, wenn ein Schritt erledigt ist, und den Stand in der Wochenrunde prüfen.
Zu viele SpaltenNur Phasen mit klarer Übergabe anlegen, Details gehören in die Checklisten.
Karten ohne VerantwortlichenJede Karte bekommt genau eine zuständige Person, auch wenn mehrere daran arbeiten.
Alles doppelt gepflegtEin System führt: Läuft die Tafel in der Auftragssoftware, entfallen Zettel und zweite Listen.
Die Rechnung bleibt liegenRechnungsspalte mit fester Frist, Nacharbeiten mit Termin je Punkt.
Download-Bereich

Vorlagen für die Projektplanung

Es geht auch ohne Software: Die Projektübersicht A3 ist die Plantafel zum Ausdrucken – eine Zeile je Kunde, die acht Phasen mit Frist und Erledigungsdatum. In der Excel-Fassung rechnet sie die aktuelle Phase selbst aus und markiert überfällige Fristen. Dazu kommen Terminplan und Urlaubsplaner für Meilensteine und Abwesenheiten.

Zu den Planungsvorlagen
Vorschau der Vorlage „Terminplan“Vorschau der Vorlage „Projektübersicht A3“Vorschau der Vorlage „Urlaubs- und Abwesenheitsplaner“

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Projektplanung und Arbeitsvorbereitung?

Die Projektplanung behält alle Aufträge im Blick: Sie zeigt, in welcher Phase jedes Projekt steht, und stimmt Termine und Kapazitäten über alle Aufträge hinweg ab. Die Arbeitsvorbereitung bereitet einen einzelnen Auftrag technisch vor – mit Plänen, Stücklisten und Materialbestellung. Auf der Plantafel ist sie eine der acht Phasen.

Muss wirklich jede Anfrage angelegt werden?

Ja – auch Reparaturen, Kleinaufträge und Anfragen, aus denen am Ende nichts wird. Nur so gehen keine Rückrufe verloren, und Kennzahlen wie die Auftragsquote stimmen. Für Kleinaufträge reicht eine Karte mit wenigen Feldern. Sie durchläuft dieselben Spalten, oft innerhalb weniger Tage.

Was passiert mit Angeboten, die nicht beauftragt werden?

Nicht löschen, sondern mit Absagegrund archivieren: zu teuer, Termin passt nicht, anderer Anbieter, Projekt verschoben. Nach einigen Monaten zeigen die Gründe, wo Angebote nachgeschärft werden müssen – und verschobene Projekte lassen sich später wieder aufnehmen.

Warum verschwindet ein Projekt mit der Rechnung von der Tafel?

Die Tafel zeigt nur, was noch Arbeit macht. Ist die Rechnung gestellt, kümmert sich die Buchhaltung um den Zahlungseingang und gegebenenfalls das Mahnwesen. Im Archiv bleibt das Projekt mit allen Unterlagen auffindbar – für die Nachkalkulation, Folgeaufträge und spätere Mängelanzeigen.

Muss die Schlussrechnung warten, bis alle Nacharbeiten erledigt sind?

Rechtlich nicht unbedingt: Kleine Mängel verhindern die Abnahme nicht (§ 640 BGB). Der Kunde darf aber einen angemessenen Teil der Vergütung zurückhalten, bis sie beseitigt sind – in der Regel das Doppelte der Kosten für die Beseitigung (§ 641 BGB). Viele Betriebe stellen die Schlussrechnung deshalb direkt nach den Nacharbeiten. Damit sie nicht liegen bleibt, bekommt jeder offene Punkt einen Termin.

Welches Programm eignet sich für den Einstieg?

Wer ohnehin Microsoft 365 nutzt, hat mit Planner und Teams alles Nötige ohne Zusatzkosten. Wer Wert auf Server in Deutschland legt, ist mit MeisterTask gut bedient, für kleine Teams ist Trello kostenlos startklar. Laufen Angebote und Rechnungen bereits in einer Branchensoftware mit Projektpipeline, gehört die Tafel dorthin – sonst wird jeder Status doppelt gepflegt.

Was ist beim Datenschutz zu beachten?

Auf den Karten stehen Namen, Adressen und Telefonnummern, also personenbezogene Daten. Mit dem Anbieter ist deshalb ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO nötig, außerdem lohnt der Blick auf den Serverstandort. Mitarbeitende arbeiten mit Zugängen des Betriebs, nicht mit privaten Konten.

Braucht es zusätzlich eine Plantafel in der Werkstatt?

Nicht unbedingt. Bewährt hat sich ein großer Bildschirm in der Werkstatt, der die digitale Tafel zeigt. So sehen alle denselben Stand, und nichts wird doppelt gepflegt.

Kostenlose E-Mail-Serie

Lehrzettel-Serie „Auftragsabwicklung“

Ab wann bindet dich ein Angebot? Ist die Auftragsbestätigung nur Formsache? In zehn kurzen E-Mails gehen wir die Dokumente eines Auftrags durch – vom Angebot über Rechnung und Mahnung bis zur Stornorechnung, jeweils mit den wichtigsten rechtlichen Grundlagen.

Alle zehn Ausgaben ansehen

Weiterführend

Die Stunden für die Kapazitätsplanung liefert die Auftragskalkulation, wie Kunden in jeder Phase gut informiert bleiben, zeigt die Kundenkommunikation. Rund um Abnahme, Rechnung und Zahlungseingang helfen die Artikel zu Gewährleistung und Mängelhaftung, E-Rechnung und Mahnverfahren, Fragen zu Cloud-Programmen und Kundendaten der Artikel zu Datenschutz und DSGVO.