Arbeitsvorbereitung in der Schreinerei
Zwischen Auftragsbestätigung und Montage plant, bestellt und koordiniert die Arbeitsvorbereitung (AV) alles, was Werkstatt und Montageteam brauchen: Pläne, Stücklisten, Maschinenprogramme, Material und Termine. Hier entscheidet sich, ob ein Auftrag glatt durchläuft – und ob am Ende der kalkulierte Gewinn übrig bleibt.
Acht Schritte vom Auftrag bis zur Abnahme
Arbeitsvorbereitung ist mehr als ein Zuschnittplan: Sie begleitet einen Auftrag vom Tag der Auftragsbestätigung bis zur Abnahme beim Kunden. Je nach Betrieb liegt sie beim Meister, bei einem Techniker oder einer eigenen AV-Abteilung – im kleinen Betrieb oft beim Inhaber selbst.
- 1Auftrag übernehmenGeklärte Ausführung, Termine und offene Punkte
- 2Pläne erstellenFreigegebene Entwurfs-, Detail- und Fertigungspläne
- 3Fertigungsdaten ableitenStückliste, Zuschnitt, Etiketten, CNC-Programme
- 4Material bestellenBestätigte Bestellungen und Liefertermine
- 5Fertigung einplanenReihenfolge, Maschinen- und Personalplan
- 6Fertigung begleitenGeklärte Rückfragen, geprüfte Teile
- 7Montage vorbereitenTermin, Ladeliste und Montageunterlagen
- 8Montage begleitenAbnahme, Restpunkte und Nachkalkulation
1. Auftrag übernehmen und klären
Mit der Auftragsbestätigung wandert der Auftrag vom Verkauf in die Arbeitsvorbereitung. Je vollständiger die Übergabe, desto seltener kommt es zur teuersten Art von Rückfrage: der mitten in der Fertigung.
- Unterlagen abgleichen: Stimmen Angebot, Auftragsbestätigung und Aufmaß in Positionen, Maßen und Leistungsumfang überein?
- Ausführung festlegen: Material, Dekor, Kanten, Oberfläche, Beschläge und Griffe – was ist entschieden, was ist noch offen?
- Einbausituation verstehen: Anschlüsse, Untergrund und Bodenaufbau sowie Zugang und Transportweg aus dem Aufmaß übernehmen.
- Termine und Abhängigkeiten: Wunschtermin des Kunden und Vorleistungen anderer Gewerke wie Estrich, Putz, Fliesen oder Elektro.
- Ansprechpartner: Kunde, Bauleitung oder Architekt – wer entscheidet, wer gibt frei?
Bei Neu- und Umbauten gehört ein Nachmaß dazu: Erst wenn Estrich, Putz und Fliesen fertig sind, stehen die endgültigen Maße fest. Gefertigt wird nach dem Nachmaß, nicht nach dem ersten Aufmaß. Wie ein vollständiges Aufmaß aussieht, zeigt der Artikel Aufmaß und Angebotserstellung.
Praxistipp
2. Pläne erstellen: Entwurf, Detail, Fertigung
Die Planung verfeinert sich in Stufen – vom Entwurf, der den Kunden überzeugt, bis zum Fertigungsplan, nach dem die Werkstatt ohne Rückfragen arbeiten kann.
Plan
Entwurfsplan
- Wofür
- Abstimmung mit dem Kunden, Grundlage für Angebot und Auftrag
- Inhalt
- Ansichten und Grundriss, Aufteilung, Materialien und Farben, oft mit 3D-Ansicht
- Übliche Maßstäbe
- 1:20 bis 1:10
Plan
Detailplan
- Wofür
- Klärung der Konstruktion an kritischen Stellen
- Inhalt
- Schnitte durch Anschlüsse an Wand, Decke und Boden, Verbindungen, Fugenbild, Beschlagpositionen
- Übliche Maßstäbe
- 1:5 bis 1:1
Plan
Fertigungsplan
- Wofür
- Grundlage für Zuschnitt, Bearbeitung und Zusammenbau in der Werkstatt
- Inhalt
- Jedes Bauteil mit Fertigmaß und Positionsnummer, Bohrbild, Kantenbild und Material
- Übliche Maßstäbe
- 1:10 bis 1:1
Plan
Montageplan
- Wofür
- Orientierung beim Einbau vor Ort
- Inhalt
- Lage der Baugruppen, Montagereihenfolge, Befestigung und Anschlussmaße
- Übliche Maßstäbe
- 1:20 bis 1:10
Planfreigabe: Bevor gefertigt wird, gibt der Kunde Entwurf und Details schriftlich frei – per Unterschrift auf dem Plan oder per E-Mail. Was danach geändert wird, ist ein Nachtrag mit eigenem Preis und Termin.
Planstände: Jede Änderung bekommt einen Index und ein Datum, in der Werkstatt liegt nur der aktuelle Stand. Veraltete Ausdrucke gehören zu den häufigsten Ursachen für Fehlteile.
Mit 3D-CAD entstehen alle Pläne aus demselben Modell: Ändert sich ein Maß, ziehen Ansichten, Schnitte und Stücklisten automatisch mit.
3. Fertigungsdaten ableiten: Stückliste, Zuschnitt, Etiketten, CNC
Aus den Fertigungsplänen entstehen die Unterlagen, mit denen die Werkstatt arbeitet. Ob das per Knopfdruck geschieht oder in Handarbeit, entscheidet die Verbindung zwischen CAD und Maschinen.
- 3D-Modell
- Stückliste
- Zuschnittoptimierung
- Etiketten mit Barcode
- CNC-Programme
- Säge, Kante, CNC
Unterlage
Stückliste
- Mit CAD/CAM-Anbindung
- Wird aus dem 3D-Modell ausgelesen – mit Fertigmaßen, Material, Kanten und Positionsnummern.
- Ohne Anbindung: von Hand
- Aus den Plänen abgezählt und in eine Liste oder Tabelle übertragen.
Unterlage
Zuschnitt
- Mit CAD/CAM-Anbindung
- Eine Optimierungssoftware rechnet Schnittpläne mit wenig Verschnitt, oft direkt für die Plattenaufteilsäge.
- Ohne Anbindung: von Hand
- Zuschnitt nach Liste, Platteneinteilung von Hand oder mit einem einfachen Optimierungsprogramm.
Unterlage
Kantenbild
- Mit CAD/CAM-Anbindung
- Steht mit der Stückliste fest und wird auf Etikett und Maschine übertragen.
- Ohne Anbindung: von Hand
- Für jedes Bauteil festhalten und am Teil markieren, welche Seite welche Kante bekommt.
Unterlage
Bauteiletiketten
- Mit CAD/CAM-Anbindung
- Werden mit Positionsnummer, Maß, Material, Kante und Barcode gedruckt; der Barcode ruft an der Maschine das passende Programm auf.
- Ohne Anbindung: von Hand
- Teile von Hand beschriften, die Zuordnung läuft über die Positionsnummern aus dem Plan.
Unterlage
CNC-Programme
- Mit CAD/CAM-Anbindung
- Ein maschinenspezifischer Postprozessor erzeugt sie im Format der Steuerung, etwa MPR bzw. MPRX für woodWOP auf HOMAG-Maschinen oder HOP für NC-HOPS auf HOLZ-HER-Maschinen.
- Ohne Anbindung: von Hand
- An der Maschine programmieren – oder ohne CNC mit Bohrschablonen, Anschlägen und Lehren arbeiten.
Unterlage
Beschlag- und Materialliste
- Mit CAD/CAM-Anbindung
- Entstehen automatisch, teils mit den Bestellnummern der Hersteller.
- Ohne Anbindung: von Hand
- Aus Plänen und Herstellerkatalogen zusammenstellen.
Ohne Anbindung ist jede Übertragung eine Fehlerquelle: Ein Zahlendreher in der Stückliste wird zum Fehlteil, das oft erst beim Zusammenbau auffällt. Bewährt haben sich feste Positionsnummern vom Plan bis zum Etikett und ein zweiter Blick auf jede Liste, bevor sie in die Werkstatt geht.
Was auf ein Bauteiletikett gehört
- Auftrag bzw. Kommission
- Positionsnummer und Bauteilname
- Fertigmaß: Länge × Breite × Dicke
- Material und Dekor, bei Holz- und Strukturdekoren auch die Maserrichtung
- Kantenbild: welche Seite welche Kante bekommt
- Barcode und nächster Arbeitsgang
4. Material und Fremdleistungen bestellen
Mit Stückliste und Beschlagliste steht fest, was gebraucht wird. Jetzt entscheidet das Timing: Zu früh bestellt bindet Geld und Lagerfläche, zu spät bestellt hält die Fertigung an.
- Lieferzeiten zuerst klären: Sonderbeschläge, Furnier, Sonderdekore, Glas und Stein haben oft mehrere Wochen Vorlauf. Sie bestimmen den frühesten Fertigungstermin und gehören deshalb an den Anfang.
- Bestand prüfen: Was liegt an Platten, Kanten, Beschlägen und Kleinteilen bereits im Lager, was muss bestellt werden?
- Mengen mit Zugabe: Platten nach der Zuschnittoptimierung inklusive Verschnitt, Kanten mit Überstand an jedem Bauteil, Beschläge nach Liste plus Reserve bei Kleinteilen.
- Fremdleistungen beauftragen: Lackierung, Glas, Arbeitsplatten aus Stein oder Kompaktplatte, Elektro – mit Maßen aus den Fertigungsplänen und einem klaren Liefertermin.
- Bestätigungen prüfen: Menge, Maß, Dekor und Liefertermin jeder Auftragsbestätigung des Lieferanten abgleichen und Abweichungen sofort klären.
- Wareneingang kontrollieren: Lieferung auf Vollständigkeit und Schäden prüfen und dem Auftrag zuordnen.
Wie Mindest- und Meldebestände das Bestellen vereinfachen, zeigt der Artikel Lagerverwaltung & Materialfluss. Wie viel Kantenband eine angebrochene Rolle noch hergibt, rechnet der Restlängenrechner.
5. Fertigung einplanen
Ist das Material unterwegs, bekommt der Auftrag seinen Platz in der Werkstatt. Dafür muss sichtbar sein, welche Maschine und welcher Mitarbeiter wann durch welchen Auftrag belegt ist – auf einer Plantafel, in einer Tabelle oder in Planungssoftware.
- 1
Kapazität prüfen
Die Fertigungsstunden aus der Kalkulation den freien Kapazitäten gegenüberstellen – getrennt nach Engpassmaschinen wie Plattensäge, Kantenanleimmaschine oder CNC und nach Mitarbeitern.
- 2
Ähnliche Aufträge bündeln
Werden Zuschnitte oder Kantenprogramme ähnlicher Aufträge zusammengefasst, sinkt die Zahl der Rüstvorgänge (Sägeblattwechsel, Kantenmaterial wechseln) – das spart in Summe mehr Zeit als jeder Auftrag einzeln.
- 3
Warte- und Trockenzeiten einrechnen
Lackierung, Leim- und Trocknungszeiten oder Fremdleistungen unterbrechen den Ablauf. Sie gehören als feste Zeiten in den Plan, damit sie nicht erst in der Werkstatt auffallen.
- 4
Reihenfolge und Personal festlegen
Zum Schluss steht fest, in welcher Reihenfolge die Aufträge durch die Werkstatt laufen und wer sie bearbeitet – abgestimmt auf Liefertermine, Materialverfügbarkeit und Auslastung.
- 5
Puffer lassen
Nicht bis zur letzten Stunde verplanen: Ein Puffer fängt Eilaufträge und Nacharbeiten ab, ohne dass gleich der ganze Plan kippt.
Planungshorizonte im Zusammenspiel
Ebene
Auftragsplanung
- Rhythmus
- Bei Auftragseingang
- Inhalt
- Grobtermin, Materialbedarf, Machbarkeit
Ebene
Wochenplanung
- Rhythmus
- Wöchentlich
- Inhalt
- Reihenfolge, Maschinenbelegung, Mitarbeitereinteilung
Ebene
Tagesplanung
- Rhythmus
- Täglich
- Inhalt
- Feinabstimmung, kurzfristige Änderungen, Vertretungen
6. Fertigung begleiten
Während gefertigt wird, ist die Arbeitsvorbereitung Ansprechpartner für die Werkstatt. Jede offene Frage hält eine Maschine oder einen Mitarbeiter auf – kurze Wege und schnelle Antworten sparen hier am meisten Zeit.
- Rückfragen beantworten: erreichbar sein, Unklarheiten am Plan klären und Entscheidungen festhalten.
- Änderungen sauber einarbeiten: Plan, Stückliste und Programme aktualisieren und alte Stände aus der Werkstatt holen.
- Fortschritt verfolgen: Welche Positionen sind zugeschnitten, bekantet, gebohrt, zusammengebaut? Barcode-Rückmeldungen oder eine Abhakliste machen den Stand sichtbar.
- Qualität prüfen: Zwischenkontrollen bei kritischen Teilen und eine Endkontrolle vor der Auslieferung.
- Fehlteile erfassen: nachgefertigte Teile und Nacharbeit notieren – für die Nachkalkulation und um die Ursache abzustellen.
Wo im Ablauf kontrolliert wird und wie Reklamationen strukturiert bearbeitet werden, beschreibt der Artikel Qualitätsmanagement in der Schreinerei.
7. Montage vorbereiten und koordinieren
Bei der Montage sieht der Kunde das Ergebnis – und hier sind fehlende Teile am teuersten: Jeder zusätzliche Weg kostet Fahrzeit und oft einen weiteren Montagetag.
- Termin abstimmen: mit Kunde und Bauleitung – und vorher prüfen, ob die Vorleistungen anderer Gewerke erledigt sind, etwa von Maler, Bodenleger, Elektriker oder Installateur.
- Team und Dauer planen: Montageteam, Fahrzeug und Zeitbedarf realistisch einschätzen, bei großen Teilen auch Hebe- und Tragehilfen.
- Montageunterlagen zusammenstellen: Montage- und Detailpläne, Anschlussmaße und Kontaktdaten vor Ort.
- Ladeliste abarbeiten: alle Positionen, Beschläge, Befestigungsmaterial, Werkzeug und Schutzmaterial – beim Verladen abhaken.
- Transport und Zugang: Gewicht und Größe der Teile, Parkmöglichkeit, Treppenhaus und Aufzug aus dem Aufmaß.
Wie schwer ein großes Bauteil wird, zeigt der Plattengewichtsrechner.
8. Montage begleiten und abschließen
Auch während der Montage bleibt die Arbeitsvorbereitung Anlaufstelle – für Rückfragen des Montageteams und für alles, was vor Ort anders ist als geplant.
- Erreichbar bleiben: Fragen des Montageteams schnell klären und Änderungen vor Ort dokumentieren.
- Abnahme durchführen: gemeinsam mit dem Kunden prüfen, ein Abnahmeprotokoll erstellen und Restpunkte mit Frist festhalten.
- Restarbeiten organisieren: fehlende oder beschädigte Teile nachbestellen und den Nachtermin planen.
- Nachkalkulation: geplante und tatsächliche Stunden sowie das verbrauchte Material vergleichen.
- Rückblick: Was hat gefehlt, wo gab es Rückfragen? Die Erkenntnisse fließen in die nächste Arbeitsvorbereitung.
Mit der Abnahme beginnt die Verjährungsfrist für Mängelansprüche – mehr dazu unter Gewährleistung & Mängelhaftung. Wie geplante und tatsächliche Kosten verglichen werden, zeigt die Auftragskalkulation.
Wer übernimmt die Arbeitsvorbereitung?
Im kleinen Betrieb erledigt meist der Meister oder der Inhaber die Arbeitsvorbereitung nebenher – zwischen Kundenterminen, Angeboten und Werkstatt. Das funktioniert, solange die Zahl paralleler Aufträge überschaubar bleibt.
Wächst der Betrieb, lohnt sich eine feste Zuständigkeit: eine Person, die Pläne, Bestellungen und Termine bündelt und für Werkstatt und Montage erreichbar ist. Wichtiger als die Stellenbezeichnung ist die klare Übergabe – der Verkauf übergibt einen geklärten Auftrag, die Werkstatt bekommt vollständige Unterlagen, die Montage einen abgestimmten Termin.
Die häufigsten Stolpersteine
Die meisten Probleme in Fertigung und Montage haben ihren Ursprung in der Arbeitsvorbereitung – und lassen sich dort mit wenig Aufwand vermeiden:
| Stolperstein | Abhilfe |
|---|---|
| Veraltete Pläne in der Werkstatt | Planstände mit Index und Datum kennzeichnen, alte Ausdrucke einsammeln. |
| Beschläge oder Glas mit langer Lieferzeit zu spät bestellt | Lieferzeiten direkt nach der Auftragsbestätigung klären. |
| Kantenbild oder Maserrichtung nicht festgelegt | Im Fertigungsplan und auf dem Bauteiletikett eindeutig angeben. |
| Kein Nachmaß nach Estrich, Putz oder Fliesen | Das Nachmaß als festen Schritt vor dem Fertigungsstart einplanen. |
| Montagetermin ohne Blick auf andere Gewerke | Vorleistungen abfragen, bevor der Termin zugesagt wird. |
| Rückfragen und Fehlteile werden nicht ausgewertet | Nach jedem Auftrag nachkalkulieren und kurz zurückblicken. |
Vorlagen für Arbeitsvorbereitung und Fertigung
Wer ohne CAD/CAM-Anbindung arbeitet, kommt mit sauberen Listen weit: Stückliste, Materialbestellliste und Beschlagsliste gibt es als PDF zum Ausdrucken und zum Ausfüllen am Rechner – die Stückliste als Excel-Datei, die beiden anderen Listen als Word-Datei. Im Download-Bereich liegen außerdem Oberflächenauftrag, Terminplan und Ladecheckliste.



Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsvorbereitung und Projektplanung?
Die Arbeitsvorbereitung bereitet einen einzelnen Auftrag technisch und organisatorisch vor – von den Plänen über die Fertigungsdaten bis zum Material. Die Projektplanung legt die Termine über alle Aufträge hinweg fest und sorgt dafür, dass Werkstatt und Montage nicht doppelt belegt sind. In kleinen Betrieben macht beides oft dieselbe Person.
Lohnt sich eine CAD/CAM-Anbindung auch für kleine Schreinereien?
Das hängt vor allem davon ab, ob eine CNC-Maschine im Einsatz ist und wie viele Korpusteile gefertigt werden. Schon ohne CNC spart 3D-CAD Zeit, weil Pläne und Stücklisten aus einem Modell entstehen und zueinander passen. Der Schritt zu CAM lohnt sich, sobald das Programmieren an der Maschine zum Engpass wird oder Übertragungsfehler regelmäßig Nacharbeit verursachen.
Wann sollte das Material bestellt werden?
Teile mit langer Lieferzeit – Sonderbeschläge, Glas, Stein, Furnier oder Sonderdekore – am besten direkt nach der Auftragsbestätigung anfragen. Das übrige Material wird bestellt, sobald die Pläne freigegeben und die Stückliste geprüft ist, und so terminiert, dass es kurz vor dem Fertigungsstart eintrifft.
Wer gibt die Pläne frei?
Entwurf und Details gibt der Kunde frei, bei größeren Bauvorhaben auch Bauleitung oder Architekt – am besten schriftlich. Die Fertigungspläne sind interne Unterlagen: Hier prüft idealerweise eine zweite Person Maße, Stückliste und Kantenbild, bevor sie in die Werkstatt gehen.
Wie geht man mit kurzfristigen Eilaufträgen um?
Bewährt hat sich, die Kapazität bewusst nicht bis zur letzten Stunde zu verplanen und einen Puffer für Eilfälle einzurechnen. Ein Eilauftrag verdrängt dann einen bereits eingeplanten, weniger dringenden Auftrag – diese Verschiebung sollte aktiv mit dem betroffenen Kunden besprochen werden, statt sie stillschweigend hinzunehmen.
Reicht eine Excel-Tabelle oder braucht es spezielle Software?
Für wenige parallele Aufträge reichen gut geführte Listen und eine Plantafel. Spezialisierte Software zahlt sich aus, wenn mehrere Personen gleichzeitig mit demselben Stand arbeiten, viele Aufträge parallel laufen oder Daten aus CAD und Kalkulation automatisch übernommen werden sollen.
Weiterführend
Wie Termine über alle Aufträge hinweg geplant werden, zeigt die Projektplanung, wo sich in der Werkstatt Zeit gewinnen lässt, der Artikel Fertigungsprozesse optimieren.