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Holzbeize

Beizen und Lasuren· Beize
WasserbeizeSpiritusbeizeWood Stain
Holzbeize

Holzbeize verändert nur die Farbe des Holzes, ohne einen Schutzfilm zu bilden. Farbstoffe oder feine Pigmente dringen in die oberste Holzschicht ein und betonen dabei oft die Maserung, weil unterschiedlich dichtes Holz unterschiedlich viel aufnimmt. Danach braucht die Fläche immer noch einen Schutz aus Lack, Öl oder Wachs.

Zusammensetzung

Nach dem Lösemittel unterscheidet man Wasserbeize (geruchsarm, stellt aber die Faser auf), Lösemittel- oder Spiritusbeize (trocknet schnell, gut für Ausbesserungen) sowie Öl- und Wachsbeizen, die färben und zugleich etwas schützen. Die Farbe kommt aus gelösten Farbstoffen (durchscheinend, betont die Maserung) oder aus Pigmenten (deckender). Chemische Beizen färben nicht selbst, sondern reagieren mit Inhaltsstoffen des Holzes – etwa mit den Gerbstoffen der Eiche, die sich so dunkel färben lässt.

Musterbrett mit Holzbeize und vergrößerter Querschnitt: dunkel gefärbte oberste Holzschicht und Lack
Unter der Lupe. Links das Musterbrett, links roh, rechts gebeizt und lackiert. Die Lupe zeigt einen stark vergrößerten Schnitt quer zur Faser an der markierten Stelle: ① Holz, ② gebeizte oberste Holzschicht – die Beize färbt die Zellwände, schützt aber nicht, ③ Schutzschicht aus Lack. Schichtdicken schematisch.

Eigenschaften

  • Ändert nur die Farbe, nicht den Schutz – ein häufiges Missverständnis.
  • Betont die Maserung. Bei Nadelhölzern wie Kiefer und Fichte nimmt das weiche Frühholz mehr Beize auf als das dichte Spätholz: Die Jahresringe erscheinen dann heller als das Holz dazwischen, das natürliche Bild kehrt sich um (Negativbild). Positivbeizen für Nadelholz sind darauf abgestimmt.
  • Wasserbeize stellt die Faser auf. Die gebeizte Fläche selbst wird nicht geschliffen, sonst entstehen helle Stellen – die Fasern verschwinden beim Zwischenschliff nach dem ersten Lackauftrag. Wer vor dem Beizen wässert und nachschleift, vermeidet einen Großteil davon.
  • Verschiedene Holzarten und sogar verschiedene Bretter derselben Art nehmen Beize unterschiedlich auf – deshalb immer zuerst ein Probestück.

Verwendung

  • Farbangleichung unterschiedlicher Holzpartien oder ausgebesserter Stellen
  • Ein einheitlicher Farbton über Möbel aus mehreren Brettern
  • Farbgestaltung vor Lack, Öl oder Wachs
  • Restaurierung: neue Teile an gealterte Oberflächen anpassen

Verarbeitung

  • Immer auf einem Reststück derselben Holzart und mit demselben Schleifbild testen.
  • Satt und zügig auftragen, gleichmäßig in Faserrichtung verteilen und überschüssige Beize abnehmen – ungleichmäßig angetrocknete Beize gibt Ränder und Flecken.
  • Hirnholz saugt mehr und wird dunkler; vorher anfeuchten oder mit verdünnter Beize vorlegen.
  • Die Schutzschicht muss zur Beize passen: Nicht jeder Lack verträgt jede Beize – Herstellerangaben beachten.

Anleitung: Beizen

Wasserbeize mit Lack darüber

  1. 1

    Schleifen und wässern

    Bis Körnung 180 schleifen, die Fläche mit einem feuchten Schwamm wässern, trocknen lassen und mit 180er Körnung nachschleifen.

  2. 2

    Probestück

    Beize auf einem Reststück testen und den Farbton nach dem Trocknen und mit Schutzschicht beurteilen.

  3. 3

    Beizen

    Satt auftragen, zügig in Faserrichtung verteilen und Überschuss mit einem Tuch abnehmen. Ganze Flächen ohne Unterbrechung beizen.

  4. 4

    Trocknen lassen

    Nach Herstellerangabe trocknen lassen; gebeizte Flächen nicht schleifen, sonst entstehen helle Stellen.

  5. 5

    Schutzschicht

    Mit einem verträglichen Lack, Öl oder Wachs beschichten. Bei Lack nach dem ersten Auftrag fein zwischenschleifen – dabei verschwinden die aufgestellten Fasern.

Technische Daten

Wirkungfärbt die oberste Holzschicht, kein Oberflächenschutz
ArtenWasser-, Lösemittel-, Öl- und Wachsbeize, chemische (reaktive) Beize
Nachbehandlungimmer mit Lack, Öl oder Wachs – auf Verträglichkeit achten
Auftragsatt mit Schwamm, Pinsel oder Tuch, gleichmäßig in Faserrichtung verteilen
Nadelholznormale Beize kehrt das Maserbild um (Negativbild), Positivbeizen vermeiden das

Fazit

Holzbeize ist ein Werkzeug zur Farbgestaltung, kein Schutz. Wer den natürlichen Farbton behalten möchte, braucht keine Beize und greift direkt zu Hartwachsöl, Wachs oder Lack.