schreiner.digitalschreiner.digital – Startseite
← Oberflächen

Lasur

Beizen und Lasuren· Holzlasur· DIN EN 927-1
HolzlasurDünnschichtlasurDickschichtlasur
Lasur

Lasuren sind pigmentierte, aber durchscheinende Anstriche für Holz im Außenbereich. Anders als deckende Farbe lassen sie die Maserung sichtbar, die Pigmente schützen vor allem vor UV-Strahlung. Es gibt zwei Bauarten, die sich in Schutz und Einsatzbereich deutlich unterscheiden.

Zusammensetzung

Dünnschichtlasuren haben wenig Bindemittel und ziehen wie ein Öl in die Holzoberfläche ein, statt einen geschlossenen Film zu bilden. Sie bleiben offenporig und lassen Feuchte heraus. Dickschichtlasuren enthalten deutlich mehr Festkörper und bilden einen zusammenhängenden, lackähnlichen Film, der besser schützt, aber Bewegungen des Holzes weniger mitmacht.

Zwei vergrößerte Querschnitte: links Dünnschichtlasur eingezogen mit sehr dünnem Film, rechts Dickschichtlasur mit Grundierung und zwei Schichten
Dünnschicht- und Dickschichtlasur. Stark vergrößerte Schnitte quer zur Faser. Links Dünnschichtlasur: ① Holz, ② eingezogene Lasur, ③ sehr dünner, pigmentierter Film, die Poren bleiben offen. Rechts Dickschichtlasur: ④ Holz, ⑤ eingezogene Grundierung, etwa ein Holzschutzgrund, ⑥ und ⑦ zwei Lasurschichten mit geschlossenem Film. Die dunklen Punkte sind die Pigmente. Schichtdicken schematisch.

Eigenschaften

  • DIN EN 927-1 teilt Holzbauteile im Außenbereich nach ihrer Maßhaltigkeit ein. Maßhaltige Bauteile wie Fenster und Außentüren dürfen sich kaum verformen, sonst klemmen sie – sie brauchen einen schützenden Film. Nicht maßhaltige Bauteile wie Zäune dürfen arbeiten und vertragen eine offenporige Dünnschichtlasur besser.
  • Dickschichtlasur schützt Fenster und Türen deutlich besser vor Wasser, kann auf stark arbeitendem Holz aber reißen und abplatzen.
  • Der UV-Schutz hängt vom Pigment ab: Dunklere, stärker pigmentierte Töne schützen deutlich besser vor Vergrauen als farblose oder sehr helle Lasuren.
  • Dünnschichtlasuren müssen häufiger nachgestrichen werden, lassen sich dafür ohne Abschleifen auffrischen.

Verwendung

  • Dünnschichtlasur: Zäune, Pergolen, Gartenhäuser, Fassadenschalungen
  • Dickschichtlasur: Fenster, Außentüren und andere maßhaltige Bauteile
  • Begrenzt maßhaltig (Verkleidungen, Tore, Fachwerk): je nach Hersteller beide Systeme möglich
  • Auffrischen bereits lasierter Außenbauteile

Verarbeitung

  • Vor dem Überstreichen prüfen, ob eine Dünn- oder Dickschichtlasur vorhanden ist – beide vertragen sich nicht immer.
  • Für maßhaltige Bauteile Dickschichtlasur (oder Lack) verwenden, für nicht maßhaltige eher Dünnschichtlasur.
  • Im Außenbereich mit Holzschutzgrund gegen Bläue und Pilze vorbehandeln, wenn der Hersteller das vorsieht.
  • Mehrere dünne Schichten mit ausreichender Zwischentrocknung; Kanten, Hirnholz und waagerechte Flächen besonders sorgfältig behandeln.

Technische Daten

Dünnschichtlasurzieht ein, offenporig, für nicht maßhaltige Bauteile wie Zäune und Pergolen
Dickschichtlasurbildet einen lackähnlichen Film, deutlich mehr Festkörper, für maßhaltige Bauteile
Maßhaltigkeit (DIN EN 927-1)maßhaltig: Fenster, Außentüren · begrenzt: Verkleidungen, Tore, Fachwerk · nicht: Zäune, Pergolen, Fassadenschalung
UV-Schutzdurch Pigmente – farblose oder sehr helle Lasuren schützen kaum
WartungDünnschicht häufiger, aber einfach nachstreichen; Dickschicht seltener, dafür aufwendiger

Fazit

Ob Dünn- oder Dickschichtlasur, entscheidet die Maßhaltigkeit des Bauteils: Bewegliches Holz braucht die offenporige Dünnschicht, Fenster und Türen den schützenden Film der Dickschicht. Wer einen klaren, geschlossenen Film ohne Farbton möchte, greift zu Bootslack – mit mehr Pflegeaufwand.