DD-Lack ist ein Zweikomponenten-Lack auf Polyurethanbasis und gehört zu den widerstandsfähigsten Möbellacken. Der Name geht auf Bayer zurück: Die beiden Komponenten hießen Desmodur (Härter) und Desmophen (Stammlack). Wie „Tempo“ bei Taschentüchern ist der Markenname im Handwerk zum Begriff für 2K-PU-Lacke allgemein geworden.
Zusammensetzung
DD-Lack besteht aus zwei getrennt gelieferten Komponenten: dem Stammlack auf Polyol-Basis und dem Härter auf Isocyanat-Basis. Erst kurz vor der Verarbeitung werden sie im vorgeschriebenen Verhältnis gemischt. Danach beginnt eine chemische Reaktion, die den Lack nach der Topfzeit unbrauchbar macht und auf der Fläche zu einem harten, vernetzten Film aushärten lässt.

Eigenschaften
- Nach dem Aushärten sehr widerstandsfähig gegen Wasser, Alkohol, Fett und viele Haushaltsmittel – beständiger als Nitrolack und 1K-Wasserlack.
- Die Topfzeit verlangt Planung: Angemischter Lack muss innerhalb weniger Stunden verarbeitet sein, sonst härtet er im Becher aus.
- Für Möbeloberflächen gibt es Prüfungen nach DIN 68861, etwa Teil 1 zur Beständigkeit gegen Chemikalien. Hersteller geben an, welche Beanspruchungsgruppe ihr Lack erreicht.
- Der Härter enthält Isocyanate, die die Atemwege reizen und Allergien auslösen können. Beim Spritzen braucht es Absaugung und Atemschutz.
- Seit dem 24. August 2023 dürfen Produkte mit mehr als 0,1 % Diisocyanaten im Betrieb nur nach einer Schulung verarbeitet werden; sie ist alle fünf Jahre zu wiederholen.
Verwendung
- Stark beanspruchte Möbel: Tischplatten, Küchenfronten, Ladenbau, Objekteinrichtung
- Hochglanzoberflächen und Klavierlack-Optik
- Musikinstrumente
- Überall, wo Beständigkeit gegen Chemikalien und Abrieb Vorrang hat
Verarbeitung
- Mischungsverhältnis exakt nach Herstellerangabe einhalten, je nach Produkt nach Gewicht oder Volumen.
- Nur so viel anmischen, wie in der Topfzeit verarbeitet werden kann.
- Meist gespritzt, in mehreren dünnen Schichten mit Zwischenschliff; es gibt auch Qualitäten zum Rollen und Streichen.
- Werkzeug und Spritzpistole sofort reinigen – ausgehärteter Lack lässt sich kaum noch entfernen.
Anleitung: DD-Lack mischen und auftragen
Vom Anmischen bis zum Decklack
- 1
Fläche vorbereiten
Bis etwa Körnung 180 schleifen, entstauben, bei Bedarf entfetten.
- 2
Anmischen
Stammlack und Härter im Messbecher oder auf der Waage im angegebenen Verhältnis mischen, gründlich verrühren, bei Bedarf mit dem passenden Verdünner einstellen. Die Topfzeit läuft ab jetzt.
- 3
Grundieren
Grundierung oder Füller auftragen und durchtrocknen lassen.
- 4
Zwischenschliff
Mit Körnung 240–320 glatt schleifen und entstauben.
- 5
Decklack
Decklack dünn und gleichmäßig spritzen. Volle Belastbarkeit erst nach einigen Tagen.
Technische Daten
| Name | von Desmodur (Härter) und Desmophen (Stammlack), Markennamen von Bayer |
|---|---|
| Komponenten | Stammlack (Polyol) plus Härter (Isocyanat) |
| Topfzeit | begrenzt, je nach Produkt einige Stunden nach dem Mischen |
| Beständigkeit | sehr hoch gegen Wasser, Chemikalien und Abrieb |
| Trocknung | chemische Vernetzung, voll belastbar nach einigen Tagen |
| Arbeitsschutz | Diisocyanate: seit 24.08.2023 Schulung Pflicht, wenn der Gehalt über 0,1 % liegt |
Fazit
DD-Lack bietet die höchste Beständigkeit unter den gängigen Möbellacken, verlangt aber sorgfältiges Mischen, Planung der Topfzeit und konsequenten Arbeitsschutz. Für weniger beanspruchte Flächen ist Wasserlack die emissionsärmere Alternative.
