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Wasserlack

Lacke· Wasserbasislack
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Wasserlack

Wasserlack ersetzt die organischen Lösemittel klassischer Lacke durch Wasser. Das senkt die Emissionen flüchtiger organischer Stoffe (VOC) deutlich und macht die Verarbeitung geruchsärmer. Für die meisten Möbel und den Innenausbau ist Wasserlack heute die Standardlösung.

Zusammensetzung

Das Lackharz – meist Acrylat, Polyurethan oder eine Mischung – liegt in feinen Tröpfchen im Wasser verteilt (Dispersion). Beim Trocknen verdunstet erst das Wasser, dann fließen die Harzteilchen zu einem geschlossenen Film zusammen. Dieser Vorgang reagiert empfindlicher auf Temperatur und Luftfeuchte als bei Lösemittellacken.

Es gibt Wasserlacke als 1K-Lack (gebrauchsfertig) und als 2K-Lack, dem vor der Verarbeitung ein Härter zugegeben wird. 2K-Wasserlacke sind deutlich widerstandsfähiger und werden für stark beanspruchte Flächen wie Tischplatten und Küchenfronten eingesetzt.

Musterbrett mit Wasserlack und vergrößerter Querschnitt: Holzzellen, Grundierung und zwei Lackschichten
Unter der Lupe. Links das Musterbrett, links roh, rechts lackiert. Die Lupe zeigt einen stark vergrößerten Schnitt quer zur Faser an der markierten Stelle: ① Holz mit Zellen und angeschnittenen Poren, ② Grundierung, die etwas in die Poren sinkt, ③ erste und ④ zweite Lackschicht, dazwischen ein Zwischenschliff. Der Lack bildet einen geschlossenen Film über den Poren; in Wirklichkeit ist er nur Hundertstelmillimeter dünn und klar. Schichtdicken schematisch.

Eigenschaften

  • Deutlich geringere Lösemittelemissionen – angenehmer beim Arbeiten und in bewohnten Räumen.
  • Vergilbt kaum. Helle und weiß lackierte Oberflächen bleiben lange hell.
  • Das Wasser lässt die Holzfaser aufquellen; nach der ersten Schicht ist ein Zwischenschliff nötig. Wer vorher wässert und nachschleift, nimmt einen Teil davon vorweg.
  • Kälte und hohe Luftfeuchte verzögern die Filmbildung. Unter etwa 10–15 °C oder nach Frost im Gebinde kann der Film unvollständig bleiben.
  • Werkzeug lässt sich mit Wasser reinigen, solange der Lack nicht angetrocknet ist.
  • Für Möbeloberflächen gibt es Prüfungen nach DIN 68861, etwa Teil 1 zur Beständigkeit gegen Chemikalien. Hersteller geben an, welche Beanspruchungsgruppe ihr Lack erreicht.

Verwendung

  • Möbel, Fronten und Innenausbau im Wohnbereich
  • Kindermöbel und Spielzeug mit entsprechend geprüftem Lack
  • Weiß und hell lackierte Fronten, die nicht vergilben sollen
  • Tischplatten und Küchenfronten mit 2K-Wasserlack

Verarbeitung

  • Raum- und Materialtemperatur im vom Hersteller angegebenen Bereich halten, Luftfeuchte nicht zu hoch.
  • Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke – dicke Schichten neigen zu Läufern und trocknen ungleichmäßig.
  • Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier oder Schleifvlies, Staub gründlich entfernen.
  • Bei 2K-Wasserlack das Mischungsverhältnis und die Topfzeit einhalten.

Anleitung: Wasserlack auftragen

Möbelfläche lackieren

  1. 1

    Schleifen

    Die Fläche in Stufen bis etwa Körnung 180 schleifen und gründlich entstauben.

  2. 2

    Wässern (optional)

    Mit einem feuchten Schwamm wässern, trocknen lassen und die aufgestellten Fasern mit 180er oder 240er Körnung brechen.

  3. 3

    Grundieren

    Grundierung oder die erste Lackschicht dünn auftragen und trocknen lassen.

  4. 4

    Zwischenschliff

    Mit Körnung 240–320 oder Schleifvlies leicht anschleifen, bis die Fläche glatt ist. Staub entfernen.

  5. 5

    Decklack

    Eine oder zwei Lackschichten auftragen, dazwischen erneut leicht anschleifen. Voll belastbar ist die Fläche erst nach einigen Tagen.

Technische Daten

BindemittelAcrylat- oder Polyurethan-Dispersion, als 1K-Lack oder als 2K-Lack mit Härter
Lösemittelüberwiegend Wasser, nur wenig organische Lösemittel
Trocknungüberlackierbar meist nach 2–4 Std. (Herstellerangabe beachten)
Verarbeitungnicht unter etwa 10–15 °C, Gebinde frostfrei lagern
Vergilbunggering – helle und weiße Oberflächen bleiben hell
Besonderheitstellt die Holzfaser auf – Zwischenschliff nach der ersten Schicht

Fazit

Wasserlack ist für die meisten Möbel im Innenbereich die emissionsarme und inzwischen gleichwertige Alternative zu Lösemittellacken. Für sehr stark beanspruchte Flächen bietet sich 2K-Wasserlack oder DD-Lack an, für den Außenbereich Bootslack oder eine Lasur.