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Schellack

Lacke· Schellackpolitur
GummilackFrench PolishPolitur
Schellack

Schellack ist ein Naturharz aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus (Kerria lacca), die in Süd- und Südostasien lebt. In Spiritus gelöst und mit einem Polierballen in vielen hauchdünnen Schichten aufgetragen, ergibt er die klassische Schellackpolitur – über Jahrhunderte die Oberfläche für hochwertige Möbel.

Zusammensetzung

Das gereinigte Harz kommt als Flocken oder Plättchen in den Handel, naturfarben oder gebleicht, mit oder ohne Wachsanteil. Vor dem Gebrauch wird es in Spiritus gelöst. Schellack bleibt in Alkohol löslich: Jede neue Schicht löst die vorige leicht an und verbindet sich mit ihr – darauf beruht die Poliertechnik mit dem Ballen.

Musterbrett mit Schellackpolitur und vergrößerter Querschnitt: gefüllte Poren und miteinander verbundene Politurschichten
Unter der Lupe. Links das Musterbrett, links roh, rechts poliert. Die Lupe zeigt einen stark vergrößerten Schnitt quer zur Faser an der markierten Stelle: ① Holz, ② Schellackpolitur: Die Poren sind beim Grundieren mit Schellack und Bimsmehl gefüllt worden, darüber liegen viele hauchdünne Aufträge, die sich jeweils mit der Schicht darunter verbinden (gestrichelt). Schichtdicken schematisch.

Eigenschaften

  • Ergibt einen warmen, tiefen Glanz mit leicht honig- bis bernsteinfarbener Tönung, je nach Sorte.
  • Empfindlich gegen Wasser, Alkohol und Wärme – Wasserflecken, Glasränder und heiße Gegenstände hinterlassen Spuren.
  • Gut zu reparieren: Neuer Schellack löst die beschädigte Stelle an und verbindet sich nahtlos.
  • Entwachster Schellack eignet sich als Sperrgrund unter anderen Anstrichen, etwa über harzreichen Hölzern.

Verwendung

  • Restaurierung antiker und historischer Möbel
  • Hochwertige Einzelstücke mit klassischer Politur
  • Musikinstrumente
  • Sperr- und Isoliergrund unter anderen Beschichtungen

Verarbeitung

  • Polierballen aus einem Wattekern in einem fusselfreien Leinen- oder Baumwolltuch formen, mit Politur tränken und gut ausdrücken.
  • Ein Tropfen Polieröl auf der Ballensohle verhindert, dass der Ballen klebt; beim Auspolieren wird das Öl wieder entfernt.
  • Den Ballen nie auf der Fläche anhalten – immer in Bewegung aufsetzen und abheben, sonst entstehen Abrisse.
  • Grobporige Hölzer wie Nussbaum oder Mahagoni beim Grundieren mit Bimsmehl porenfüllen; feinporige Hölzer brauchen das meist nicht.

Anleitung: Schellackpolitur

Vom geschliffenen Holz zum Hochglanz

  1. 1

    Untergrund vorbereiten

    Bis Körnung 240 oder feiner schleifen, anfeuchten, trocknen lassen und nochmals fein schleifen.

  2. 2

    Grundieren

    Mit dünner Politur und dem Ballen eine erste Grundpolitur auftragen.

  3. 3

    Porenfüllen

    Bei grobporigen Hölzern wenig Bimsmehl aufstreuen und mit dem Ballen einarbeiten, bis die Poren gefüllt sind.

  4. 4

    Aufpolieren

    In Kreisen und liegenden Achten viele dünne Schichten aufbauen, zwischendurch trocknen lassen.

  5. 5

    Auspolieren

    Zum Schluss mit sehr dünner Politur oder wenig Spiritus und kaum Druck trocken auspolieren, bis das Öl entfernt ist und die Fläche gleichmäßig glänzt.

Technische Daten

HerkunftAusscheidung der Lackschildlaus (Kerria lacca), Naturharz
LösemittelEthanol (Spiritus)
AuftragPolierballen in Kreisen und liegenden Achten, auch Pinsel
ArbeitsschritteGrundieren, Porenfüllen, Aufpolieren, Auspolieren
Trocknungsehr schnell (Minuten), viele dünne Schichten
Beständigkeitempfindlich gegen Wasser, Alkohol und Wärme

Fazit

Schellack ist die erste Wahl für die Restaurierung und für klassische Einzelstücke – vorausgesetzt, man beherrscht die Poliertechnik. Für Flächen mit Wasser, Alkohol oder Wärme im Alltag sind DD-Lack oder Wasserlack die praktischere Wahl.