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Nitrolack

Lacke· NC-Lack
NitrocelluloselackNC-LackSpritzlack
Nitrolack

Nitrolack war über Jahrzehnte der Standardlack im Möbel- und Instrumentenbau, bevor 2K- und Wasserlacke ihn vielerorts abgelöst haben. Seine Stärken sind die sehr kurze Trockenzeit und die Eigenschaft, dass jede neue Schicht die vorherige anlöst – dadurch verbinden sich die Schichten zu einem Film, und Schäden lassen sich gut ausbessern.

Zusammensetzung

Bindemittel ist Nitrocellulose, gelöst in einem Gemisch schnell verdunstender Lösemittel, dazu Harze und Weichmacher für Glanz und Elastizität. Nitrolack trocknet rein physikalisch: Die Lösemittel verdunsten, der Film bleibt zurück. Weil er dabei nicht chemisch vernetzt, lässt er sich später mit Lösemittel wieder anlösen.

Musterbrett mit Nitrolack und vergrößerter Querschnitt: Holzzellen, Schleifgrund und miteinander verbundene Lackaufträge
Unter der Lupe. Links das Musterbrett, links roh, rechts lackiert. Die Lupe zeigt einen stark vergrößerten Schnitt quer zur Faser an der markierten Stelle: ① Holz, ② Grundierung (Schleifgrund), ③ Nitrolack aus zwei Aufträgen: Jeder neue Auftrag löst den darunter an und verbindet sich mit ihm, die Grenze verschwimmt (gestrichelt). Schichtdicken schematisch.

Eigenschaften

  • Sehr kurze Trockenzeit – mehrere Schichten an einem Tag sind möglich.
  • Neue Schichten lösen die vorherigen an; dadurch entsteht ein durchgehender Film, und Ausbesserungen fügen sich gut ein.
  • Weniger beständig gegen Lösemittel, Alkohol und Hitze als moderne 2K-Lacke – Glasränder und heiße Gegenstände können Spuren hinterlassen.
  • Vergilbt mit der Zeit; auf hellem Holz und bei weißen Lackierungen wird das sichtbar.
  • Hoher Lösemittelanteil: Lack und Spritznebel sind hochentzündlich, die Dämpfe gesundheitsschädlich.

Verwendung

  • Musikinstrumente, besonders Gitarren
  • Restaurierung und Ausbesserung von Möbeln mit Nitrolackierung
  • Möbel und Innenausbau mit geringer Beanspruchung, wenn schnell getrocknet werden muss
  • Reparaturlackierungen

Verarbeitung

  • Nur in gut belüfteten Räumen oder in der Spritzkabine mit Absaugung verarbeiten; Zündquellen fernhalten, Atemschutz tragen.
  • In mehreren dünnen Schichten spritzen, zwischen den Schichten kurz ablüften lassen.
  • Auf Schleifgrund aufbauen und nach dem Grund leicht zwischenschleifen.
  • Für Ausbesserungen die Stelle anschleifen und neu lackieren – die neue Schicht verbindet sich mit der alten.

Technische Daten

Trocknungphysikalisch durch Verdunsten der Lösemittel, staubtrocken nach Minuten
Verarbeitungmeist gespritzt
Schichtenjede Schicht löst die vorige an und verbindet sich mit ihr
Beständigkeitgeringer gegen Lösemittel, Alkohol und Hitze als 2K-Lacke
Vergilbungvergilbt mit der Zeit
BrennbarkeitLack und Spritznebel hochentzündlich

Fazit

Nitrolack bleibt wegen seiner kurzen Trockenzeit und guten Ausbesserbarkeit im Instrumentenbau und in der Restaurierung wichtig. Für stark beanspruchte Alltagsmöbel sind DD-Lack oder Wasserlack die beständigere und angenehmer zu verarbeitende Wahl.